Ähnlich wie der bekannte „PageRank“ bei Google (nach Gründer Larry Page) bezeichnet der sogenannte „Facebook EdgeRank“ einen Algorithmus, der bestimmt, welche Beiträge wie lange im Newsfeed eines Users auftauchen. Vollständig lässt sich Facebook dabei natürlich nicht in die Karten schauen. Erfahrungswerte haben jedoch zu unseren 5 Tipps zur Verbesserung des EdgeRanks geführt.

Facebook EdgeRank

Quelle: DigitalOrganics.com via business2community.com

Grundsätzlich gilt: Der Facebook EdgeRank bewertet die Relevanz eines Beitrags und somit den Nutzen für seine User. Alle Inhalte, die User auf Facebook interessant finden, erzielen somit einen höheren EdgeRank als uninteressante Themen. Gemessen wird dies anhand von drei Faktoren: wie stark ein User mit dem Urheber des Posts interagiert (Affinität), wie stark andere User mit Kommentaren, Likes oder Shares auf den Post reagieren (Gewicht) und wie aktuell der Post ist (Zeit).

Besonders der Faktor Affinität lässt dabei erkennen, dass sich der EdgeRank eines Beitrags für jeden einzelnen Facebook-User neu berechnet, abhängig von seinen ganz persönlichen Interessen und Interaktionen. Im Internet angebotene Webtools, die angeblich den EdgeRank einer bestimmten Seite berechnen, sind deshalb nur bedingt sinnvoll. Maximal ist mit solchen Tools eine Kennzahl zur Einschätzung der Impressions und Interaktionen zu gewinnen. Der wirkliche individuelle EdgeRank lässt sich jedoch ohne Wissen der von Facebook genutzten Formel nicht ermitteln und diese wiederum wird streng geheim gehalten.

Um einen hohen EdgeRank zu erhalten, muss also interessanter Content für die eigenen Fans geboten werden. Da dies aber leichter gesagt als getan ist, hier unsere 5 Tipps zur Verbesserung des Facebook EdgeRanks:

1. Fotos posten

Eine der Grundregeln bei Facebook ist: Fotos erregen Aufmerksamkeit. Dies ist im visuellen Medium Facebook keine bahnbrechende Erkenntnis, gilt es aber trotzdem unbedingt zu beachten. So verleitet besonders die Voranzeige als Thumbnail die User dazu, zu klicken, um das gesamte Bild sehen zu können.

Für Unternehmen gilt hier die Devise, durchaus auch fremden Foto-Content zu teilen. Dieser sollte jedoch unbedingt mit einem Kommentar versehen werden, der die Verbindung zur eigenen Arbeit herstellt.

2. Links teilen

Ähnlich wie bei den Fotos gilt auch hier die Devise: Auch mal fremden Content teilen. Dadurch zeigt man, dass man sich im Social Web bewegt, denn hier gehört es zum alltäglichen Verhalten dazu, auch auf fremde Inhalte hinzuweisen. Im Idealfall werden auch diese jedoch mit den eigenen Themen verknüpft.

Wenn man gar einer der ersten ist, der einen interessanten Link postet, kann dies kurzfristig zu einem hohen EdgeRank und langfristig dazu führen, dass die eigene Seite als Quelle für interessante Neuigkeiten oder Link-Tipps wahrgenommen wird. Wurde so eine Fanbase aufgebaut, kann anschließend auch der eigene Content eine sehr viel höhere Aufmerksamkeit bekommen, da den angebotenen Links und Inhalten tendenziell eher „vertraut“ wird.

3. Call to action

Eine simple Möglichkeit, Interaktionen und somit einen höheren Facebook EdgeRank zu generieren, ist der Aufruf zu Likes, Shares oder Kommentaren. Dies kann durchaus über einen gewissen Zeitraum funktionieren. Werden die User jedoch zu oft dazu gedrängt, dies oder das zu tun, kann das schnell dazu führen, dass sie sich genervt abwenden oder im schlimmsten Fall sogar die Postings ausblenden und das „gefällt mir“ zurückziehen.

Eine elegantere Variante sind z.B. Fragen an die User, die zahlreiche Antworten hervorrufen. So ergaben Studien, dass schon das Auftauchen eines Fragewortes (besonders „Was“, „Warum“ und „Würde“) die Anzahl der Interaktionen in die Höhe schnellen lassen kann. Die Inhalte hängen dabei natürlich stark vom Themengebiet des eigenen Unternehmens ab und können an dieser Stelle schlecht verallgemeinert werden.

4. Post-Targeting

Unter Post-Targeting versteht man ein neues Feature, das es erlaubt, die Zielgruppe von einzelnen Posting einzuschränken. So können etwa Geschlecht, Heimatort, Sprache, Alter oder Interessen der User vorab festgelegt werden, so dass nur bestimmten Usern das Posting angezeigt wird.

Im Hinblick auf den EdgeRank scheint es nur auf den ersten Blick unsinnig, die Zielgruppe in dieser Art selber einzuschränken. Eine individuelle Ansprache kann jedoch im Gegenteil gerade zu einem höheren EdgeRank als normal führen, etwa wenn man in seinen Postings ganz speziell auf eine spezifische Zielgruppe eingeht. So können sogar mehr Interaktionen erzielt werden als bei sehr allgemein gehaltenen Allerweltsthemen, die nur einen Bruchteil der User wirklich interessieren.

Hinzu kommt, dass man bei einer sinnvollen Zielgruppenaufteilung der Posts auch mehrere Nachrichten in kürzester Zeit abschicken kann. Würde dies im Normalfall schnell als Spam aufgefasst werden, kann durch die Ansprache der unterschiedlichen Zielgruppen in kürzester Zeit eine große Anzahl an Usern individuell erreicht werden.

5. Ein Forum bieten

Oft ist auch der Vorschlag zu vernehmen, man solle seinen Fans mit der eigenen Facebook-Seite ein Forum bieten, in dem sie über interessante Themen diskutieren können. Im Sinne der Interaktionen (hoher EdgeRank durch viele Kommentare) ist dieser Tipp durchaus sinnvoll, sollte aus Sicht von Unternehmen jedoch trotzdem gut durchdacht werden.

So erfordert eine solche Diskussion der User auf der eigenen Seite einen sehr hohen Aufwand an Beobachtung und möglicherweise sogar ein Einschreiten bei unpassenden Äußerungen. Die ING-DiBa hätte wohl lieber darauf verzichtet, dass ihre Facebook-Page nach dem Werbespot mit Dirk Nowitzki diversen Vegetariern und Fleischfans zum Forum für ihre Grabenkämpfe geworden ist.

Aktuelle Themen, die vielleicht etwas unverfänglicher sind und im Idealfall auch noch eine Verknüpfung zum eigenen Unternehmen bieten, können hier jedoch Gold wert sein, sofern sich eine lebhafte aber faire Diskussion entwickelt. Der EdgeRank kann so ganz nebenbei in die Höhe schnellen.

Der Facebook EdgeRank als Allheilmittel?

Bei allen Tipps ist jedoch eines zu beachten: Simple Patentrezepte für einen hohen EdgeRank existieren nicht. Im Prinzip kommt es immer darauf an, den Usern einen Mehrwert zu bieten und sie an die eigene Seite zu binden. Der EdgeRank ist dabei eine wichtige Größe, um mit seinen Inhalten möglichst viele Menschen zu erreichen. In einer umfassenden Socialtainment Strategy kann der Facebook EdgeRank jedoch nur ein bedeutender Baustein sein und gewiss kein Allheilmittel.

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