Das Internet und im speziellen die „neuen“ sprich sozialen Netzwerke sind schon länger Thema für die Verlagswelt. Auch auf boersenblatt.net, der Onlineversion der Fachzeitung für Buchhändler und Verlage, finden sich immer wieder Artikel zu dieser Entwicklung und deren Bedeutung für die Branche. Der Empfehlung lautet in jedem Fall und von allen Seiten „tut es!“, denn sonst werden zahlreiche Chancen verspielt. Gerade im Bereich der Belletristik bieten sich in sozialen Netzwerken viele Anknüpfungspunkte mit den Interessenten. Nur ist es mit „Wir machen jetzt mal Facebook“ schon lange nicht mehr getan, im Gegenteil ein schlechter Auftritt im sozialen Netz kann dem Ansehen der Marke und somit dem Unternehmen extrem schaden. Daher habe ich mich diese Woche 5 der bekanntesten deutschsprachigen Verlage, die im vorrangig Bereich Belletristik für Erwachsene angesiedelt sind, gewidmet und deren Facebook Auftritte betrachtet.

Diogenes auf Facebook

Abbildung Titelbild Facebook Diogenes   Die Facebook Page des Diogenes Verlags ist, passend zur allgemeinen Darstellung, schlicht aber funktional gestaltet. In den Tabs gibt es keine herausstechenden Besonderheiten, unter Videos findet sich jedoch eine interessante Mischung aus Kurzinterviews mit Autoren, Ausschnitten aus Lesungen und Buchtrailern. Die Postings befassen sich mit allen Themen rund um Autoren, Bücher und die Branche: Abbildung Posts auf Facebook von Diogenes Fernsehtipps sind aus Usersicht sicherlich hilfreich und somit ein sinnvoller Inhalt. Schön zu sehen ist auch die „Anerkennung“ der Schaufensters eines Buchladens, die zeigt, dass hier an der C2C Verbindung zwischen Handel und Hersteller gearbeitet wird. Insgesamt wird mit 2-4 Inhalten pro Tag sehr regelmäßig gepostet, nur selten gibt es mal einen Tag Pause.

Kiepenheuer & Witsch (KiWi) auf Facebook

Abbildung Titelbild Facebook KiWi   Kiepenheuer & Witsch, oftmals auch als KiWi zu lesen, hat seine Seite hurmorvoll gestaltet. Bereits das Profilbild des Verlags zeigt, dass hier nicht alles ernst genommen wird. In den Tabs finden sich auch hier nicht wirklich viele Besonderheiten. Toll aus Lesersicht ist jedoch  der Tab „ES REICHT!“, in welchem sich eine Leseprobe zu einem Buch (mit selbigem Titel) findet. Die Inhalte der Posts sind bunt gemischt und befassen sich mit den verschiedenen relevanten Themen rund um Bücher und Autoren:   Abbildung Posts auf Facebook von KiWi   Im Post links außen, kommt wieder die leichte, witzige Art in der Kommunikation mit der Community zum Vorschein. Durch den Newsticker live aus Köln, dem Verlagssitz, wird zudem Persönlichkeit vermittelt, was in der Facebook-Kommunikation immer einen großen Pluspunkt darstellt. Gepostet wird täglich ein- bis zweimal, mit gelegentlich einem Tag Pause. Diese Häufigkeit ist vollkommen ausreichend und vermittelt eine professionelle Betreuung der Seite.

Bastei Lübbe auf Facebook

Abbildung Titelbild Facebook Bastei Lübbe   Inhaltlich ist die Facebook Page von Bastei Lübbe stark an ihren Buchtiteln orientiert, anderweitige Informationen werden kaum in die Kommunikation eingebaut. Gelegentlich finden sich jedoch Postings zu Sondertagen oder ähnlichem:   Abbildung Posts auf Facebook von Bastei Lübbe   Auch in den Tabs finden sich einige Inhalte, immer mit Fokus auf bestimmte Titel oder den Verlag selbst. Es gibt beispielsweise zwei Gewinnspiele zu aktuellen Buchtiteln, in denen man jeweils eine Frage zum Werk beantworten muss, um an der Verlosung teilzunehmen. Die Gewinnspiele sind zudem mit einem Fangate verknüpft, was für mich sehr fragwürdig in Bezug auf dessen Effektivität ist. Dazu gibt es im Rahmen des Firmenjubiläums einen Fotowettbewerb in Verknüpfung mit Instagram: Abbildung von Tab Bastei Lübbe- ich lübbe dich   Toll für Fans der Seite ist auch der Tab Leseproben, in welchem man Ausschnitte aus 9 Büchern lesen kann. Insgesamt eine gelungene Seite, mit nur einem kleinen Verbesserungsvorschlag: Wenn alle Tabs mit einem passenden Bild versehen werden, wirkt dies professioneller und ist übersichtlicher für den Nutzer.

Rowohlt auf Facebook

Abbildung Titelbild Facebook Rowohlt   Die Facebook Page des Rowohlt Verlags ist sehr übersichtlich gestaltet und bietet dem Nutzer einige Entdeckungsmöglichkeiten bzw. Spielereien. So gibt es in den Tabs beispielsweise einen kleinen Test, durch den man seinen „Aufräumtyp“ herausfinden kann. Dadurch wird natürlich ein Buchtitel promoted, was durch die Umsetzung jedoch nicht den klassischen Werbecharakter aufzeigt. Witzig ist auch der „Chantalisator“: Abbildung von Rowohlt Tab chantalisator Zusätzlich gibt es die Tabs „Vorschauen“, Buchtrailer und Leseschätze unter welchen sich verschiedene Leseproben verbergen.   In den Postings werden auch auf dieser Page gemischte Themen rund um den Literaturbereich behandelt. Schön umgesetzt ist der Wochenanfangspost in Form der Postingreihe „Erste Sätze“(unten links): Hier hat sich jemand Gedanken gemacht, anstatt den langweiligen „Monday sucks“-Post zu veröffentlichen, den man auf so vielen Pages betrachten kann.   Abbildung Posts auf Facebook von Rowohlt

Suhrkamp auf Facebook

Abbildung Titelbild Facebook Suhrkamp   Die Page von Suhrkamp ist wiederum eher schlicht aufgebaut, was jedoch zum Image und Auftreten des Verlags im allgemeinen passt. Die Tabs liefern dem Leser Neuerscheinungen, eine Vorschau auf den Verlagskatalog und Videos in Form von Buchtrailern und Ausschnitten aus Lesungen. Die veröffentlichten Inhalte beschränken sich hauptsächlich auf Informationen zu und um Autoren, ganz passend zum Verlagsmotto »Hier werden keine Bücher verlegt, sondern Autoren«:   Abbildung Posts auf Facebook von Suhrkamp   Die Textlänge der Posts ist leider etwas lang und überschreitet die allgemeine Faustregel von maximal 3 Zeilen pro Inhalt fast bei jedem Post. Dies wird jedoch dadurch abgeschwächt, dass jeder Post mit ein bis zwei Wörtern in Großbuchstaben beginnt, die einen Anhaltspunkt zum Inhalt liefern und der Nutzer sich entscheiden kann, ob er weiterlesen möchte.

famefacts.22 in nutshell

Betrachtet man die oben beschriebenen 5 Facebook Pages, kommt man auf ein freudiges und positives Ergebnis. Zumindest diese Verlage haben den Schritt in die sozialen Netzwerke, bis auf kleinere Mankos, geschafft und zeigen, dass die Verlagsbranche für die „Digitalisierung“ und die damit verbundene Veränderung in der Art der Kommunikation bereit ist.

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