Seitdem es Onlinewerbung gibt, geht es neben den „besten“ TKPs und CPCs im Prinzip um die Messbarkeit der sensationellen Erfolgs-Ergebnisse. „Das Messen“, was andere Werbeformen nicht können, versucht Onlinewerbung schon lange, da sie – im Gegensatz zu diversen anderen Werbeformen – immer wieder in ihrer Wirksamkeit bezweifelt wird. (Anm. „Subjektive Wahrnehmung“)

Hierbei gilt – zum Ärger vieler Kunden – bisweilen folgendes:
Facebook Advertising nicht Messbar

Reines Onlinemarketing ist durchaus messbar. Es muss nur alles online passieren – von der Onlinewerbung bis zum Onlinekauf. Dies funktioniert in dem man Cookies setzten lässt, sobald jemand auf einen Link klickt. Für Facebook bedeutet dies, dass von skalierbaren Geschäftsmodellen nur von Facebook-Werbeanzeigen ins Web verlinkt wird und im Schwerpunkt Brands nachhaltig Communities in Facebook aufbauen. Dabei wollen Kunden doch eigentlich nur Sales – und den Nachweis über Sales in einer Community zu belegen wäre ein Knaller.

Dies ist sicherlich ein Nachteil, wenn man an der Börse ist. Wobei ich nicht nur einen Kunden voller Euphorie vor mir sehe. Man will nicht mehr das was seit 10 Jahren geht, man will mehr! Darum geht es inzwischen – um den großen Wurf. Wie bekomme ich folgendes hin?

trackbarkeit im Einzelhandel für Facebook Ads

Medienberichten zu Folge ist es so, dass Facebook in den Vereinigten Staaten einen Schritt weiter geht. Raus aus der virtuellen Welt, hinein in die „Real World“. Dabei greift das Zuckerberg-Team auf die Kompetenz von Datalogix zurück. Die Idee wird Datenschützern Haare zu (Zucker)Berge stehen lassen: Kundendaten – „Wer sieht bestimmte Werbung“ – werden gespeichert und mit Offline-Daten – „wer kauft das beworbene Produkt im Laden“- abgeglichen.

Wenn man Datalogix zitieren mag „Revolutionizing digital advertising measurement with DLX ROI“ -(DLX=Deluxe). Die Financial Times nennt den Titel über dieses Thema treffend: „facebook raises fears with ad tracking“, wohlwissend, dass selbst in den USA gewisse Grenzen überschritten werden können. Der Abgleich von „Payback“-Daten ist hier recht naheliegend – wohl dem der keine „Payback“-Karte hat.

Natürlich wird alles in allem die Anonymität der Daten hervorgehoben und dass Datalogix auch umfassende Daten aus dem Konsum und TV-Bereich hat. Aber was will man überhaupt damit?

Facebook Advertising messbarer als andere Werbeformen

Wie bereits eingangs erwähnt steht die Onlinewerbung in Wettbewerb zu anderen Werbeformen. Die anderen Werbeformen sind z.B. Print-, Radio- und TV-Werbung. Alle diese können kaum nachweisen wie, wer, was liest und ob die Werbung wirkt, aber haben eine riesige Lobby. Daher befindet sich Onlinewerbung seit jeher im Verteidigungsmodus, da niemand es geschafft hat, es einem Herrn Thoma gleich zutun und eine „mystische“ relevante Zielgruppe zwischen 14 und 49 zu schaffen. Von der Ermittlung der Einschaltquoten im TV ganz zu schweigen. (Anm. Filmtipp: „Free Rainer“ mit Moritz Bleibtreu)

Der einzige Ausweg aus dem Online-Werbe-Dilemma ist es, eine neue Form von Tracking zu schaffen, um endgültig eine Duftmarke zu setzen. Wenn Facebook der einzige Anbieter wäre, der derartige Nachweise liefern kann, wäre plötzlich eine völlig neue Konstellation am Markt. Auf einmal müssten sich wieder die „alten“ Medien rechtfertigen, warum man in Ihnen wirbt. Und Facebook würde definitiv von Werbern überrannt. Nebenbei liefe natürlich eine Diskussion um Datenschutz, die aber so lange dauert, dass schon x-fach Daten gesammelt werden, bevor eine Einschränkung erfolgt.

Das für mich persönlich Interessanteste ist an der Sache ist, dass mal wieder die tiefen Gräben zwischen den Interessensgruppen an verschiedenen Werbeformen deutlich werden und die Akzeptanz, dass Facebook Advertising auf mehreren Kanälen gleichzeitig erst eine optimale Wirkung entfalten kann, nicht da ist. Stichworte: Crossmedia, Multichannel, integratives Marketing.

Wohin es Facebook/dialogix treibt, finde ich kurios. Wenige Unternehmen werden mit einer Werbeform allein erfolgreich sein, das gilt für Facebook, aber auch für alle anderen Medienformen. Ich hoffe, dass meine Erkenntnis durch die lt. Times 45(!) getrackten Kampagnen in der oben beschriebenen Form, bestätigt wird. Damit würde sich die Datenkraken(per)version auf natürliche Art und Weise erledigen.

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