Facebook Marketing mit Anwendungen

Mit der zunehmend verbreiteten Nutzung sozialer Netzwerke wie facebook durch Unternehmen wachsen auch stetig die Ansprüche, die sich an eine professionelle Seite stellen. Eine simpel gestaltete Page droht, in der Masse der Angebote unterzugehen, und läuft auch deshalb Gefahr übersehen zu werden, weil sie dem (potenziellen) Kunden keinen wirklichen Mehrwert bietet. Da facebook heute insbesondere im B2C unverzichtbares Instrument für den unmittelbaren Kundenkontakt ist, ist es erforderlich, sich bei der Gestaltung des eigenen Firmenauftritts zunächst ein paar Gedanken zu machen.

Der Erste Schritt ist immer eine Landingpage oder ein Willkommenstab, auf der man „neue“ potenzielle Fans begrüßt und seine eigenen Mehrwerte herausstellt. Die perfekte Landingpage für facebook stellt die Vorteile heraus, die ein User hat wenn er den facebook-„like“-Button drückt. Aber neben der Landingpage und der Pinnwand machen sich zunehmend Firmen einen Namen mit ihren Apps, Applications oder eben Anwendungen in facebook. Diese sind zur Zeit im normalen Browser sicht- und nutzbar, man kann aber davon ausgehen, dass diese früher oder später auch in mobilen Browsern zum leben erweckt werden. Die im Februar 2012 geplante Trennung von Apps und Seiten innerhalb von facebook bestätigt nur eins: Die Möglichkeiten werden sich dadurch potenzieren. Es geht um die User-Experience in vielerlei Hinsicht: Als Nutzer in facebook selbst, als barrierefreier User – aber auch für Marken, die ihre Brand-Experience optimieren möchten. Wir als Unternehmensberater für sozialmediale Kommunikation sehen natürlich die Zukunft vor unseren Augen, aber das Wichtige ist, unsere Kunden im facebook Marketing in Deutschland anno 2011 abzuholen. Daher möchte ich heute vier Möglichkeiten Vorstellen wie man Anwendungen im facebook Marketing integrieren kann.

 

Weihnachtskalender im B2C Bereich

Diese Art von Facebook Marketing mit Anwendungen ist sicherlich sinnvoll, wenn man bereits eine gewisse Anzahl von Fans auf der Page hat. Ein Weihnachtskalender, der sich wie ein Virus verbreitet, ist spätestens seit 2009 nicht mehr möglich. Viel zu viele „kreative“ Unternehmen haben in der Adventszeit ähnliche Kampagnen auf facebook-Fanpages gefahren. Sprich: ein Untergehen in der Masse ist sehr wahrscheinlich. So lehrt uns die Psychologie: Reize verlieren ihre Wirkung bei reiner Wiederholung. Vor allem wenn man gegen Unternehmen wie Ferrero in den „Kampf“ zieht (siehe http://allfacebook.de/pages/nutella-130-000). Kunden sollten wie Freunde behandelt werden – Wenn die großen Brands schon vollends der „große Bruder“ sind, dann sollten sich mittlere Unternehmen besondere Gedanken machen. Die USPs des Unternehmens sollten sich in diesem Bereich wiederfinden. Was USPs sein können, dazu empfehle ich folgenden Artikel.

Weihnachtskalenderapplikationen sind meiner Meinung nach insgesamt eine sinnige Lösung für den Adventszeitraum, jedoch sollten Sie zum Unternehmen passen. Benötigt wird zudem eine Basisreichweite, damit sich die Investition rechnet.

Gewinnspiele als „rechtmäßige“ Applikation

Social Media Guidelines sind als Wegweiser für die Belegschaft vom Angestellten bis zur Führungskraft wichtig. Hier bieten wir Social Media Management Kurse und die Praxis zeigt, dass neue Mitarbeiter ebenfalls geschult werden müssen, um diesen Wissensstand zu halten. Vielleicht nur als Anmerkung: Gewinnspiele oder Gewinnerklärungen auf der Pinnwand sind nicht erlaubt: so sagen es die Guidelines für Gewinnspiele in facebook. Es ist erstaunlich wie leichtfertig Unternehmen das Risiko nehmen durch einen Regelverstoß aus dem System gelöscht zu werden. Page gelöscht? Wer ist schuld? Im Zweifel immer derjenige, der Administrator der Seite ist und höchstens dem Rat selbsternannter Social Media Evangelisten folgt, anstatt auf Experten zu setzen. Es gibt unzählige Möglichkeiten, Gewinnspiele auf facebook zu veranstalten. Vom „1000 Fan“ möchte ich aus Guideline-Gründen abraten und die Sinnhaftigkeit hinterfragen. So gab es zahlreiche Beispiele in denen eine „Hausfrauenmafia“ in Horden an derartigen Events teilnahm, jedoch nach Aussendung des Preises auch wieder verschwanden. Die Nachhaltigkeit sollte im Vordergrund stehen. Ebenso wird es selten Gewinnspiele geben, die von alleine funktionieren. Sie müssen mit Werbeanzeigen gekoppelt werden, um einen starken „impact“ zu erzeugen, sonst verlosen Sie „iPhones“ für zu wenig Response. Der eigentliche Clou bei Gewinnspielen liegt darin, dass CPC (Cost-per-Click) bei den facebook Ads sinken, weil mehr Leute bereit sind ihre Marke zu „liken“, wenn Sie etwas zu verlosen haben.

Wenn man sich dessen bewusst ist und die Teilnahme und Gewinnererklärung über eine App stattfinden lässt kann man nicht viel falsch machen. Ein kleiner Tipp am Rande: Reagieren Sie auf jegliche Kritik sachlich – je kleiner ihr Unternehmen ist, desto eher werden User hinterfragen, ob und wie die Verlosung stattfindet. Daher ist es wichtig, sich mit SWOT-Analysen vorzubereiten, externe Hilfe kann nicht schaden: Gut Beraten ist halb gewonnen.

 

Facebook Marketing mit Anwendungen – f-commerce – Shops

Measurements für den ROI im Sales-Bereich sind hiermit ein Einfaches. Jedoch ist der Reifegrad der facebook-Nutzung noch nicht so weit fortgeschritten, dass man als User mit der facebookwährung seine Jeans direkt auf facebook bestellt. Diese Entwicklung wird zwangsläufig in den nächsten Jahren voranschreiten, die sonstigen technischen Innovationen, wie mobile-devices und 3d-scanner, werden dieses noch befeuern. Durch das Abonnieren von Streams von Freunden nehmen die ca. 150 Kontakte, die jeder facebookuser im Durchschnitt hat, am Kaufprozess teil. Psychologisch gesehen wird damit der Status mitgeteilt und steigert somit die Wertigkeit des Usern, sofern die „Marke“ kredibel ist. Leider sind die meisten Umsetzungen recht statische Anbindungen an bestehende Systeme, dabei sind der Phantasie hier eigentlich keine Grenzen gesetzt, wenn man sich wirklich virale Empfehlungen ins „Haus“ holen möchte. Ein Hauptgrund dieser, eigentlich unnötigen, „Verkrampfung“ ist die Zuständigkeit der Abteilungen. Ein statischer Shop wird selbstverständlich nicht den Webseiten-Shop umsatztechnisch in den Schatten stellen, was jedoch die Größe der Warenkörbe angeht ist unserer Erfahrung nach facebook sehr viel weiter vorne. Facebook commerce verbunden mit der socialtainment strategy ist eine ideale Lösung, um Sales zu befeuern und geschickt Marketing in facebook zu betreiben.

Facebookanwendungen als Innovationsplattform

Reichweite aufbauen und im Social Media Monitoring nachvollziehen können, woher die Ströme nun kommen, ist das Eine. Die Reichweite zu nutzen und das Social Media Monitoring so zu nutzen, dass Produktinnovationen gestaltet oder Produktionsprozesse verbessert werden ist das Andere. Bei wirklich schlechten Produkten mit hohen Retourenanteilen ist es ggf. nicht sinnvoll überhaupt in Social Media Kanäle zu gehen. Zu groß wird das Risiko eines „Shitstorms“ sein. Wenn Sie sich aber keine Vorwürfe zu machen haben und unter als „ehrbarer Kaufmann“ handeln, sollten Sie sich öffnen und von einer „Crowd“ profitieren. Sourcen Sie aus – in ihre facebook Community. Dort befinden sich bei einem sinnvollen Vorgehen ihre Zielgruppe und ihre „treuen“ Kunden. Stellen Sie vielleicht erst Fragen auf der Pinnwand zu bestimmten Themen, die für Sie interessant sind. Gehen Sie einen Schritt weiter und schaffen sie ein durch die socialtainment strategy angetriebenes Perpetuum Mobile für ihre Innovationsprozesse. Die Tiefe und die wirkliche Umsetzung liegt immer in ihrer Hand, aber unserer Erfahrung nach ist die Crowd alles andere als dumm. Gerade wenn es sich wirklich um User ihrer Produkte handelt, sollten sie keine Bedenken haben diesen Schritt zu gehen. Durch eine Applikation können Sie den „Innovatoren“ unter Ihren Fans bessere Anreize geben, da sie genauere Daten für ihr Monitoring bekommen und einen neuen Kommunikationskanal eröffnen und somit keine „normalen“ Fans unnötig nerven.

 

 

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