Die US-Wahl ist nun vorbei  und viele Menschen fragen sich, auf welche Weise sich Social Media auf die Wähler und das Wahlergebnis ausgewirkt hat. In dieser Wahlkampfperiode, sind die Wirtschaft, der Arbeitsmarkt und die Steuern die zentralen Themen. Doch die Meinung der Menschen fällt nur ins Gewicht, wenn diese auch wählen gehen und sie wiegt immer schwerer, je mehr Wähler es gibt. Betrachtet man diese Umstände, wird klar wie wichtig es geworden ist Social Media strategisch einzusetzen, um Unterstützer zu finden, zu informieren und die Mehrheit der Wähler auf die eigene Seite zu ziehen. Dieser Aspekt ist insbesondere für die USA von immenser Bedeutung, da dort eine sehr große Internet- und Social Media-Affinität besteht.

Das Wahlergebnis ist jetzt klar und während die meisten Wahlforscher zuvor spekulierten welche Staaten die sogenannten Swing States sein würden, gibt es auch unkonventionellere Herangehensweisen, die sich außerhalb der geographischen Grenzen ansiedeln. Analysen sagen, dass es in diesem Jahr womöglich kein „Staat“ war –  der von einem Gouverneur geleitet und von Flüssen oder Linien auf einer Karte begrenzt wird – der den entscheidenden Ausschlag gegeben hat. Facebook und Twitter  sind voll von Nachrichten, die den jeweiligen Kandidaten unterstützen und bestimmte Positionen stärken.

Da Social Media den Ruf hat die Bevölkerung zu demokratisieren, steht sie momentan unter einem enormen Druck, um die hohen Anforderungen, in Form von gesteigerten Wählerzahlen, zu erfüllen. In diesem Wahlkampf sind soziale Netzwerke eine Kraft die genutzt werden muss, allein wegen der bloßen User-Zahlen.

Twitter, Facebook, Instagram, Google+ und Tumblr sind überall und beinahe jeder ist auf wenigstens einer dieser Seiten vertreten. Deswegen ist der Auftritt im Rahmen der Kampagnen auf diesen Seiten ausschlaggebend für die Wahlinitiative.

Doch die Zahlen der User lassen sich nicht unbedingt in aktive Beteiligung übersetzen, wie mittlerweile bereits die Netzwerke selbst erkennen mussten. Daher steht nicht die theoretische Reichweite zur Frage, sondern eher die tatsächlichen Ergebnisse: Wie kann Social Media Wähler  locken, anregen und wirklich liefern?

 

Wählen ist nicht so einfach, wie man denkt

Wählen beinhaltet viele verschiedene Bereiche: Es ist ein Zivilrecht, das sich in einer unüberschaubaren Anzahl von  Kandidaten  und Themen niederschlägt. Doch es ist ebenso ein Prozess, in dem Wähler sich registrieren müssen bevor sie wählen können, der durch Aktionen wie der National Voter Registration Day angeregt werden soll. Dem Koalitionsausschuss zufolge haben viele Amerikaner 2008 nicht gewählt, weil sie nicht wussten wie sie sich registrieren oder sie verpassten die Frist und etwa ein Viertel der US-Bürger, die wahlberechtigt sind, sind nicht registriert. Die Fristen variieren je nach Staat, doch Wähler können sich einfach online fpr die Wahl anmelden.

In manchen Staaten, wie beispielsweise Washington, kann der generelle Registrierungsprozess komplett online erledigt werden. Aber in den meisten Staaten müssen die online ausgefüllten Formulare noch ausgedruckt und per Post versendet werden.

Registrierte Wähler werden aufgefordert, ihre Wahlbereitschaft in sozialen Netzwerken zu teilen. Social Media ist bestens geeignet, um einen Dialog zu beginnen oder sich in bereits bestehende Gespräche einzugliedern. Doch diese Eigenschaft wird nun geprüft, ob sie wirklich Passivität in Aktivität verwandeln kann und die Menschen dazu bewegt nicht nur „Gefällt mir“ zu drücken, sondern aufzustehen und wirklich etwas zu tun.

 

Facebook stellte einen Wahlbereich

In Zusammenarbeit mit anderen Initiativen, um die Wahlbeteiligung in diesem Jahr zu steigern, hat Facebook einen neuen, auf Politik ausgerichteten Bereich in den „Life Events“  eingerichtet, durch die man Freunden und der Familie die eigenen Wahlaktivitäten mitteilen und näher bringen kann.

Facebook stellt auf seiner Politik-Seite Details und Informationen zur Verfügung, dass man mit der Funktion nicht nur seiner Timeline die Wahlregistration hinzufügen konnte, sondern auch seine Geschichte erzählen wie, wo und warum man sich entschieden hat sich zu registrieren. Diese Funktion findet sich in der Timeline unter dem Bereich Travel & Experiences.

Diese Funktion kommt zusammen mit der Facebook-CNN App „I’m Voting“, welche auf die gleiche Weise funktioniert: Sie stellt einen Weg dar, auf dem Menschen sich zum Wählen bekennen können und auch ihren Kandidaten und ihre Einstellung kundtun können, um somit eine besser informierte Bevölkerung zu erhalten.

 

Kampagnen steigern die Social Media-Diskussionen

Die Technik-Industrie bietet viele Möglichkeiten an, um das Bewusstsein der Wähler zu  erhöhen, doch die Kandidaten und ihre Kampagnen legen den Fokus darauf überzeugende Nachrichten von vertrauenswürdigen Freunden zu teilen  und diese dazu anzuregen ihr Umfeld zu mobilisieren und somit Unentschiedene zu überzeugen für sie zu stimmen.

Sowohl Romney als auch Obama verwendeten eine Reihe an digitalen Tools in ihren Kampagnen. Sie haben begriffen, dass sie mit Hilfe von Apps und Social Media ihre Unterstützer organisieren und versammeln können, indem sie oftmals die „Likes“ ihrer Fans und andere online-Aktivitäten nutzen um gezielte Nachrichten zu kreieren.

 

Doch funktioniert es?

Die wirklichen Auswirkungen von Social Media werden sich nun zeigen, da die Wahl vorbei ist und die Wählerzahlen veröffentlicht werden. Facebooks „politische“ Funktionen übergeht nicht den Schritt des wirklichen Registrierens, es bietet eher einen Platz, um Erlebnisse, Informationen und Einstellungen zu teilen. In den meisten Fällen, müssen die Menschen den nächsten Schritt gehen, indem sie sich in ihrem Bundesstaat registrieren. Das Problem auf Facebook – wie bei vielen anderen Social Media-Funktionen – ist, dass die Informationen nicht verifiziert werden können. User können angeben wo und wann sie sich registriert haben, ohne dies jemals wirklich getan zu haben.

Die Analysen werden auf den tatsächlichen Online Registrierungen – wie beispielsweise in Washington – aufgebaut, um die Wirkung von Social Media zu messen.

Die Rückbetrachtung kann ebenso Sicherheitslücken oder Ungereimtheiten bezüglich der Wahlergebnisse im Bereich der Social Media aufdecken, welche den Nutzen von Online-Kampagnen beschränken.

Es bleibt jedoch dabei, dass in diesen Kanälen ein großes Potenzial liegt. Die Organspenden-Organisation Donate Life California konnte einen großen Anstieg von Registrationen verzeichnen, nachdem sie eine Facebook-Kampagne gestartet hatte. Derartige Ergebnisse können auch auf politischer Ebene erzielt werden.

Es ist sicher, dass zukünftig immer mehr politische Kampagnen über Facebook und Twitter laufen werden, doch unsicher bleibt, inwiefern dies das Verhalten der Menschen beeinflussen wird.

Über die Effektivität der Kampagnen auf digitaler Ebene und in den Sozialen Netzwerken werden sicherlich bald Analysen veröffentlicht werden. Somit lässt sich dann beurteilen, inwiefern diese Aktionen sinnvoll sind und was sie bewirken können. Spannend bleibt hierbei auch wie viele Wähler sich im Vergleich zur vorangegangenen Wahl auf Grund der Online-Initiativen registriert haben.

Und ein Rekord war Obama heute morgen sicher: Sein Tweet über den Wahlsieg gilt nun als meist retweeteter Tweet 😉

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