Das beliebte soziale Netzwerk erlaubt es ab sofort, in den Suchergebnissen Werbung zu schalten. Ob die sogenannten „Sponsored Results“ im Stile von Google AdWords jedoch wirklich eine sinnvolle Art der Facebook-Werbung darstellen, wird sich erst noch zeigen müssen.

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Quelle: techcrunch

Sucht ein User bei Facebook etwa nach einer bestimmten Marke oder Anwendung, können neben dem eigentlichen Facebook Suchergebnis ab sofort auch Ads angezeigt werden, die auf eine Seite, einen Ort, eine App oder einen bestimmten Tab einer Seite hinweisen. Die Ads werden dabei mit dem Hinweis „sponsored“ als Werbung gekennzeichnet und grafisch von den anderen Ergebnissen abgehoben. Sie können mit einem Klick auf ein „x“ neben der Anzeige vom User ausgeblendet werden, worauf in einem Pop-Up-Formular der Grund für das Verstecken der Anzeige angegeben werden kann.

Die gesponsorten Facebook Suchergebnisse sollen laut Betreiber nur bei der Live-Eingabe in der Suchbox auftauchen. Die detaillierte Suche nach weiteren Ergebnissen soll vorerst keine Werbung enthalten. Ebenso ist die neue Werbeart nur für das Surfen am Desktop vorgesehen, nicht aber für den mobilen Zugriff über Smartphones.

Welche Chancen bietet Werbung in den Facebook-Suchergebnissen?

Die Platzierung von „sponsored results“ kann für den Erfolg der Werbeaktivitäten von großem Vorteil sein. So handelt es sich bei der Suche um eine Funktion, die von vielen Nutzern täglich verwendet wird. Werbung ist hier wohl generell besser sichtbar als die Anzeigen am rechten Rand, die vom User eventuell schon gar nicht mehr beachtet werden. Im Gegensatz dazu ist der Blick bei einer Suche automatisch auf das erste Ergebnis gerichtet, selbst wenn es eindeutig als Werbung gekennzeichnet ist.

Ein weiterer nicht zu unterschätzender Vorteil: Im Gegensatz zu den einzeln stehenden Werbeanzeigen am rechten Rand sind die gesponsorten Suchergebnisse direkt in die Suchfunktion eingebettet. Es dürfte also vorerst schwer fallen, diese Werbung von Adblockern filtern zu lassen.

Eine sinnvolle Art zu werben?

Neben den Chancen, die dieses neue Werbeformat bietet, ergeben sich besonders im Hinblick auf das Nutzerverhalten der Facebook-User jedoch auch mögliche Probleme.

So muss im Vergleich zu Google AdWords beachtet werden, dass das Suchverhalten auf Facebook sich von dem bei einer reinen Suchmaschine doch bedeutend unterscheidet. So wird die Facebook-Suche in den seltensten Fällen dazu genutzt, sich grundsätzlich über ein Thema zu informieren. Die Anfragen sind eher schon spezifischer, da eine bestimmte Person, Anwendung oder Seite gefunden werden soll. Es handelt sich eben um keine allgemeine Suchmaschine, sondern mehr um eine gezielte Inhaltssuche innerhalb des abgegrenzten Netzwerks Facebook.

So ist es etwa bei Google ratsam, bei dem Suchbegriff „Auto“ auf bestimmte Marken oder Händler hinzuweisen. Die AdWords können hier nicht nur als lästige Werbung, sondern im Idealfall gar als sinnvolle Hinweise eingesetzt werden, die dem User die Suche erleichtern.
Sucht ein User jedoch auf Facebook, wird er weniger nach dem allgemeinen Begriff „Auto“ suchen, sondern vielmehr nach einer speziellen Seite etwa von „Mercedes Benz“. Wenn ihm nun bei einer spezifischen Suchanfrage andere Seiten angezeigt werden, nach denen er nicht gesucht hat, liegt durchaus die Vermutung nahe, dass er dies eher als Spam statt als hilfreiche Empfehlungen wahrnimmt.

Gefahr für Usability?

Grundsätzlich gibt es schon jetzt einige kritische Stimmen, die bei Facebook einen schleichenden Verfall der Usability bemängeln. Demzufolge sei Facebook auch wegen des eher suboptimalen Börsengangs nur darauf aus, an möglichst vielen Stellen bezahlte Werbung unterzubringen, mit der Folge, sich von einem benutzerfreundlichen Netzwerk immer mehr zu entfernen. Immer neue zusätzliche (Werbe-)Inhalte würden vom eigentlichen Nutzen des Netzwerkes ablenken, der in erster Linie darin besteht, sich mit Freunden zu vernetzen.

Wie sind gesponsorte Facebook Suchergebnisse aktuell zu bewerten?

Wie die User nun auf die neuen gesponsorten facebook Suchergebnisse reagieren lässt sich seriös erst abschätzen, sobald die neue Werbeart kontinuierlich genutzt wird. Erst wenn die Sponsored Results beim alltäglichen Surfen in den Suchergebnissen auftauchen, wird sich zeigen, ob sie als sinnvolle Werbemaßnahme eingesetzt werden können oder eher zur Ablehnung durch die User führen.

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