Laut eines Interviews mit Facebook-Gründer Mark Zuckerberg auf der TechCrunch Disrupt Konferenz in San Francisco planen die Netzwerk-Macher Facebook bereits seit längerem eine eigene Suchfunktion: Die Facebook-Suche.

facebookle - Die facebook SucheDie interessanteste Info dabei ist, dass es zurzeit ca. 500 Millionen Suchanfragen täglich gäbe und man sich eigentlich so gut wie gar nicht darum kümmere. Kann so etwas nicht eigentlich schon als fahrlässig im Sinne des Börsenrechts bezeichnet werden?

 

Dabei gibt es diverse Ansätze für eine Verbesserung der OnPage-Suche, die man auch als Außenstehender ausmachen kann. Ich habe hier und heute drei zentrale Forderungen an eine verbesserte Facebook-Suche.

Zurzeit existiert die „einfache Facebook-Suche“, die in der Suchleiste eines jeden Anwenders verborgen ist. Dort werden, sobald man etwas eingibt, naheliegende Möglichkeiten von Treffern zur Verfügung gestellt. Diese „Echtzeit-Calls“ kennt man inzwischen auch schon von der Google-Suche als „Google Instant“.

Bei Facebook kann man als User so gegebenenfalls schon nach Eingabe eines einzelnen Buchstabens das gewünschte Ergebnis erzielen. Wenn ich beispielsweise auf eine Seite gehen will, von der ich die Vanity-URL nicht kenne oder nicht eingeben möchte, dann benötige ich meistens nur 1-2 Buchstaben und bekomme von Facebook das passende Ergebnis angezeigt. Dies funktioniert, weil Facebook viel mehr über mich weiß, als es z.B. Google kann.

Facebook Instant Search Tool Abbildung

Facebook-Instant – Was gibt es hier konkret zu verbessern?

Das Rollout der hier eingeblendeten Werbung steht bevor – in den USA ist es bereits soweit mit den gesponserten Suchergebnissen. Für mein Gefühl ist diese Facebook-Suche oft extrem unzuverlässig, d.h. Seiten verschwinden oder werden nicht direkt indexiert. Besonders in Bezug auf die Personensuche ist das Ergebnis oft fast schon grotesk. Im hier gezeigten Beispiel hatte ich „suche mal“ eingegeben. Eine Person trug „Suche“ als Vornamen, die anderen zwei hatten rein gar nichts damit zu tun.

Bei konkreten Suchanfragen ist der Algorithmus also noch extrem schlecht, jedoch sind die Möglichkeiten, hier einen Hebel anzusetzen, nicht zu verachten. Ein automatisches Erkennen von Personennamen und Page-Namen bzw. Markennamen kann an dieser Stelle sehr praktisch sein. Zudem können die User mit ihrem Feedback die Genauigkeit schneller verbessern als es für Google je möglich war. Stichwörter sind hier also Worterkennung und Semantik.

Wenn man „Enter“ drückt, kommt man sofort zu dem markierten Ergebnis. Das hat bei mir schon oft dazu geführt, bei einem „Lucky-Treffer“ zu landen, statt bei den eigentlich gewünschten kompletten Suchergebnissen.

 

Abbildung Suchergebnisse1

Visualisierung der vollständigen Suchergebnisse – Was geht besser?

Auf der linken Seite befindet sich nun der Suchfilter und in der Mitte des Screens die vollständigen Suchergebnisse. Auch hier war meine Suche „Such mal“. Die Ergebnisse sind dabei primär Seiten, aber das ist nicht immer so. Auch hier ist mir schon öfter bewusst geworden, dass irgendetwas nicht stimmt. An Platz 3 wird es deutlich: „Ted ist die Geilheit in Teddy *-*“. Wo sind dort die gesuchten Wörter implementiert? Fast alle anderen Suchergebnisse enthalten die Wörter „Such“ oder „mal“ aber hier ist beides nicht vorhanden. Natürlich können hier mehrere Indikatoren Einfluss haben, aber so ist es erstmal reines Chaos in meinen Augen.

Auch die Darstellung ist dabei alles andere als übersichtlich. So wird ein neuer Anwender höchstwahrscheinlich die linke Spalte übersehen und den Unterschied zwischen Facebook-Orten und –Seiten kann doch wirklich nur ein Profi kennen. Wenn man an den sogenannten DAU, den „Dümmsten Anzunehmenden User“ denkt wird der an dieser Stelle einfach nicht mehr mit Facebook suchen, sondern einfach eine andere Suchmaschine nutzen.

Abbildung Facebook Personensuche September 2012

Die Personensuche Friend-Finder – Was kann man hier tun?

Der gute alte Friend-Finder! Facebook war so unterhaltsam, als noch alles offen war und dann kam der Datenschutz. Facebook war mal mehr oder weniger eine Dating-Plattform, heute kann man sich glücklich schätzen noch seine „realen“ Freunde wiederzufinden. Tja, so ist das, wenn Naivität plötzlich ein Rechtsgefühl bekommen hat. Mit anderen Worten: Spammer haben die schöne heile Welt zerstört und im Prinzip sollte Facebook extrem vorsichtig sein, diese Suche weiter zu öffnen. Diese Version ist grenzwertig, besonders im Hinblick auf den Datenschutz, auch wenn jeder Nutzer in seine Auffindbarkeit in den Privatsphäre-Einstellungen verneinen kann. Von der Darstellung sieht das Ganze aus wie 1986. Hier denke ich, macht eine grafische Überarbeitung Sinn. Übertrieben futuristische und maximal mögliche Algorithmus-Optimierungen sollten an dieser Stelle jedoch definitiv nicht vollbracht werden, weil es dann wieder Negativpresse gibt – Oder will man das etwas 😉 ?

Fazit für die neue Facebook Suche

Facebook sollte am besten 1-2 Firmen akquirieren und dann etwas Richtiges machen. Wenn das gerade tatsächlich auf vorhandenen Personal passiert, wird das wohl oder übel im Chaos enden 😉 Mal sehen, wen sie schlucken…Alternativ gibt es auch die Allianz mit Yahoo und Bing – Man darf wirklich gespannt sein. Facebook muss einen Spagat hinbekommen den bisher niemand geschafft hat. Google gibt es schon – Bing ist bereits ein Clone davon – Es sollte keine Facebookle werden 😉

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