Fußballkaiser Franz Beckenbauer wurde vor einigen Jahren als Werbegesicht missgebraucht. Er fragte damals schon vor dem eigentlichen Fest „Iss de scho Weihnachten?„.


Dies ist ein B2B-Social-Media-Marketing-Blog, wir sind ja allesamt „professionell“: Also lautet die Antwort definitiv „Ja, es ist schon lange Weihnachten!„!

Privat würde ich mich freuen die Lebkuchenherzen auch erst ab November sehen zu dürfen, aber selbst diese liegen schon im Rewe-Markt parat. Ein Lebkuchenherzhersteller muss sich also wahrscheinlich schon im März mit Weihnachten beschäftigen, von daher sind wir recht spät dran.

Weihnachten ist Social Media

Weihnachten ist ein Social Media Event, das seit rund 2000 Jahren (auch ohne Facebook) zelebriert wird. Besonders religiöse Institutionen, aber auch (seit den letzten 150 Jahren) zunehmend Wirtschaftsunternehmen profitieren von dem Usus. Kern des Ganzen ist es, in diesem post-industriellen Zeitalter „im Kreise der Familie zur Ruhe zu kommen“. Kurz vor diesem Ritual hingegen drehen alle nochmals komplett auf. Wie es auch Franz Beckenbauer tat.

So werden meines Wissens im Monat Dezember rund 50% aller Tonträger verkauft, während auf die übrigen 11 Monate die anderen 50% fallen. Dies mag bei Videospielen, Büchern und diversen anderen Gegenständen identisch sein. Trotzdem kommt das „Fest der Feste“ jedes Jahr anscheinend immer wieder für das Marketing überraschend. In genau dieser Situation befindet sich noch eine Menge unausgeschöpftes Potenzial für Social Media Marketing. Es wird von fast allen ein Punkt „Weihnachten“ in den Kalender eingetragen, aber daran richtig feilen will scheinbar keiner. Ein Grund könnte sein: Ein Facebook Adventskalender endet am 24.12 „und da ist frei“! Man kann als Unternehmen genau deswegen ein crossmediales Zeichen setzen und die Mitbewerber älter werden lassen.

Was Weihnachten bisher auf Facebook-Fanpages geschieht

Social-Media-technisch führt die z.T. geringe Planungsintensität zu der Tatsache, dass entweder nichts oder nur lieblos zusammengeschusterte Adventskalender als Facebook App veröffentlicht werden, ohne in andere Elemente integriert zu werden.

Dabei bietet gerade Weihnachten soviel mehr Möglichkeiten, da selbst ein lethargisch veranlagter Konsument von der Couch aufspringt und Kaufhausatmosphäre schnuppern will oder mit dem Mauszeiger auf dem Bildschirm in e-Commerce-Areale klickt. Wenn Conversionoptimierung von Socialmedia-Traffic in externe Shops geht, dann jetzt!

Adventskalender in Facebook haben an und für sich nichts Negatives, nur die Alleinstellung und Lieblosigkeit hat mich in den letzten Jahren immer wieder wachgerüttelt. Letztes Jahr war dieses Rütteln so stark, dass ich jetzt ein Vierteljahr vorher schon einmal mahnend den Zeigefinger erhebe:
Liebe Unternehmen: Wennschon, dennschon – besonders im Konsumgütermarkt erwarte ich dieses Jahr Großes: Grafisch ansprechend, in Gesamt-Kampagnen integriert und nutzbar (Usabilityoptimiert).

Kreative Facebook Weihnachtskampagnenideen zum Mitnehmen

In der „Konsumschlacht“ Weihnachten ist es doch sinnig Onlinemarketing und Offline Welt integrativ miteinander zu verbinden. So gibt es zum einen neue Funktionen in Facebook (Anm. Facebook Angebote – Facebook vs. Groupon – ) und zum anderen haben QR-Codes in Verbindung mit Smartphones eine Quadratur der Möglichkeiten eingeläutet. Eine weitere Art hervorzustechen ist eine gute Onlinekonzeption Website/Facebook im integrativen Verbund. Je nach individuellem Reifegrad oder Unternehmensstruktur kann man extrem kreativ werden. Und genau dafür gibt es Agenturen wie es im folgenden jemand von Google bestätigt:

Was ich unter Social Media Weihnachtskampagnen nicht verstehe:

– Der nervigen Werbefigur eine rot gefärbte Zipfelmütze aufzusetzen
– Ein Poster mit einem QR-Code ohne Strategie
– Alibi Social Media Icons auf die Fußmatten zu malen.

Kurze Faktenaufnahme „Weihnachten“: Was ist für alle Wettbewerber gleich?

– Es gibt vier Adventssonntage
– 24 „Türchen“ hat ein Adventskalender
– Am 6. Dezember ist Nikolaus
– Am 24. Dezember Heiligabend
– Der 25. Und der 26.12 sind der 1. und 2. Weihnachtsfeiertag
– Keywords: Familie, Ruhe, rot/weiß, Gold, Lametta, Tannen, Schnee

Nur wegen dieser läppischen feststehenden Eckpunkte dürfte es doch nicht an kreativen Umsetzungen mangeln?!

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