Ob ich denn „nicht irgendwas mit Internet“ machen würde, fragte mich Tante Ina. Ich bejahte, und auf der anderen Seite – wir hatten miteinander telefoniert – ertönte ein „Na siehste, hab ich doch gesacht, Werner. Tobi macht etwas mit Internet.“ Das konnte mein Onkel natürlich so nicht stehen lassen. „Was macht er denn da in dem Internet?“, schallte es aus dem Hintergrund. 

Ich geriet ins Schwitzen, denn ich musste es so erklären, dass sie es verstehen würden. Das ist keineswegs abwertend gemeint. Ich wusste einfach, dass die beiden mit Social Media nicht vertraut sind. Zumindest war ich davon überzeugt. „Na ja, also…“, fing ich an zu stammeln. Im Hintergrund hörte ich nun auch Onkel Werner schwer atmen. Beide waren ganz aufmerksam. „Das, was ich mache, nennt sich Community Management. Und ich als sogenannter Community Manager…“
Man merkte richtig, wie Onkel Werners Atmung immer wütender wurde, ja fast schon ins Grunzen überging. „Das ist doch wieder kein Deutsch. Warum kann man das nicht einfach mal übersetzen? Wir sind doch hier in Deutschland“, blökte mein Onkel wild herum. Meine Tante besänftigte ihn mit einem zärtlich-leisen „Werner!“
Ich nahm einen neuen, ganz unkonventionellen Anlauf.

„Ihr kennt doch Günther Jauch“, sagte ich. Noch bevor ich weiterreden konnte, fing Onkel Werner schon wieder an zu nörgeln. „Ja klar, das ist dieser Moderator mit seinen blöden Fragen. Der ist doch selbst total doof. Machst du sowas etwa im Internet?“, fragte er mit erhobener Stimme. „Nein, Onkel Werner.“, entgegnete ich ruhig und fuhr fort. „Diese Community Manager kann man sich als ModeratorInnen…“

Mein Onkel unterbrach mich sogleich erneut: „Ja also das mit diesem „Innen“ geht mir ziemlich auf den Zeiger. Ich verstehe gar nicht…“
Als wollte sie Schlimmeres verhindern, ergriff Tante Ina sofort das Wort. „Werner, jetzt lass doch mal!“

Ich erklärte aufs Neue, dass man Community Manager „als aktive Moderatoren“ beschreiben kann, die sich im Internet – also in der Online-Welt – um die Bedürfnisse der Nutzer kümmern. Dann ging ich in meinen Schilderungen noch einen Schritt zurück. „Es gibt Unternehmen, die auf uns zukommen und fragen, ob wir uns um ihre Abonnenten in der Online-Welt kümmern. Mal angenommen, es kommt ein Vertrag zustande, dann bin ich derjenige, der sich als Moderator um die Leute kümmert. Das heißt, ich beantworte Fragen und mitunter muss ich zum Beispiel auch deeskalieren, wenn sich die User innerhalb der Online-Welt streiten. Ihr kennt das von euch.“, rutschte es mir versehentlich raus und mein Onkel brummte kurz mürrisch auf. „Das muss man sich dann so vorstellen, dass die Menschen auf einer bestimmten Seite unter einem bestimmten Beitrag beispielsweise bei Facebook kommentieren können.“, erklärte ich. „Das habt ihr vielleicht schon mal gehört. Jedenfalls: Andere Personen können darauf reagieren und dann kann es auch mal zum Streit kommen. Elektromobilität wäre zum Beispiel so ein Thema. Das ist ja sehr umstritten.“

Onkel Werner nahm wieder Fahrt auf: „Na das mit den E-Autos ist doch … also wirklich. Ich hab noch einen Pkw von 1970. Den werde ich auch weiterhin fahren. Allein schon wegen der … äh … Dings.“
Ich ging auf seine Ausführungen nicht weiter ein und antworte nur: „Ja, also das ist so ungefähr das, was ich mache.“
„Oh!“, entfuhr es meinem Onkel. „Das heißt, wenn ich – nur mal angenommen – auf diesem Facebook wäre und etwas schriebe, dann kann es sein, dass du das liest und beantwortest.“
„Seit wann bist du bei diesem Facebook?“, fragte Tante Ina ihren Gatten etwas stutzig. „Das war ja nur theoretisch – also wenn es so wäre. Das heißt, wenn ich jetzt zum Beispiel ein Unternehmen bei diesem Facebook anschreibe mit den Worten „Ihr seid alle faul und dumm“, dann kann es sein, dass du das liest. Einfach weil du derjenige bist, der sich um die Leute kümmert?
„Ja, genau“, entgegnete ich knapp. Es war für wenige Sekunden verdächtig still. „Joar, das ist ja interessant.“, sagte Tante Ina, so als wollte sie das Schweigen nur brechen, um ihrem Raucherhusten freien Lauf zu lassen. Dann wurde es wieder kurz ruhig.
„Na ja, meistens ist das eh wahrscheinlich immer so aus einer Laune heraus und eigentlich nicht so gemeint.“, erklärte Onkel Werner in ruhigem und beinahe entschuldigendem Ton.


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