Nachdem wir euch in unseren letzten beiden Artikeln Gif, Gif, Hurra – So wertet ihr eure Instagram Story auf und Tante Ina, Onkel Werner und die Welt der Community Manager mit eher sanfter Kost versorgt haben, dachten wir uns, dass es wieder höchste Zeit für ein komplexeres Thema ist.

Jeden Tag werden unzählige neue Inhalte in den Sozialen Netzwerken veröffentlicht. Würdest du beispielsweise bei Instagram alle Inhalte angezeigt bekommen, die deine abonnierten Kanäle an einem Tag posten, wäre dein Feed sehr, sehr lang (natürlich ist das nicht so, wenn du nur ein paar wenigen Kanälen folgst…). Daher werden aus dieser Flut an Postings diejenigen herausgefiltert, die dich am wahrscheinlichsten interessieren werden. 
Wir empfehlen Unternehmen grundsätzlich, ihre Beiträge zu bewerben, um sich gewissermaßen von den Algorithmen freizukaufen. Dennoch bekommt ein Teil der jeweiligen Zielgruppe das Posting auf organischem Weg angezeigt. Also lohnt es sich in jedem Fall, sich mit der Funktionsweise der Algorithmen der drei wichtigsten Social Media Kanäle vertraut zu machen. Let‘s go:

Der Facebook-Algorithmus

Eins gleich vorweg: Facebook ist nicht tot, wie häufig behauptet wird. Allen Unkenrufen zum Trotz erfreut sich das Netzwerk mit 2,5 Milliarden aktiven Nutzerinnen und Nutzern nach wie vor sehr großer Beliebtheit. Allerdings ist die Zielgruppe nicht mehr ganz taufrisch: für die Generation der 30 – 39 Jährigen ist es aber der relevanteste Social Media Kanal. Und die Bereitschaft, zu kommentieren und zu diskutieren ist hier größer als bei allen anderen Sozialen Netzwerken.
Doch kommen wir zum Facebook-Algorithmus, dessen erklärtes Ziel es sein soll, den Austausch zwischen Nutzerinnen und Nutzern zu fördern, was sich ja ganz nett und vernünftig anhört. Im Prinzip funktioniert der Facebook-Algorithmus wie jeder andere Algorithmus in den Sozialen Netzwerken: er priorisiert die Inhalte, mit denen du mit höherer Wahrscheinlichkeit interagierst. Posts von Freunden werden generell höher gewichtet als Posts von Marken.
Das Ranking der Posts im Feed basiert auf drei Faktoren: Aktionen wie Kommentare, Antworten auf Kommentare, Shares, oder Likes wirken sich positiv auf den Facebook-Algorithmus aus.
Was kannst du also tun, um deine Beiträge relevant für den Algorithmus zu gestalten? Für Gesprächsstoff sorgen und deinen Nutzern Mehrwert liefern, indem der Content auch wirklich auf deine Zielgruppe ausgerichtet ist und zu Interaktionen aufruft (aber bitte nicht zu aufdringlich).

Der Instagram-Algorithmus

Angefangen als reines Netzwerk zum Teilen von Bildern, hat sich Instagram immer mehr Funktionen einverleibt und ist mittlerweile wirklich umfangreich. Beliebt ist das Netzwerk vor allem in der Altersklasse der 25 – 34 Jährigen. Und es ist big! Die Zahl der monatlich aktiven Nutzer liegt bereits bei über einer Milliarde. Es kann somit fast schon als Must-Have-Kanal für Unternehmen bezeichnet werden.

Instagram selbst sagt, dass die Plattform mehrere Algorithmen anwendet:

„One of the main misconceptions we want to clear up is the existence of “The Algorithm.” Instagram doesn’t have one algorithm that oversees what people do and don’t see on the app. We use a variety of algorithms, classifiers, and processes, each with its own purpose. We want to make the most of your time, and we believe that using technology to personalize your experience is the best way to do that.”

Jeder Teil der App – Feed, Reels, Explore – hat einen eigenen Algorithmus. Das hat den Grund, dass die User im Feed und in den Stories lieber Inhalte von engen Freunden und Verwandten angucken, im Explore Bereich aber lieber etwas Neues entdecken möchten.
Instagram bewertet die Inhalte dabei wie folgt: Im Feed und in den Stories werden die Beiträge der Kanäle, die du abonniert hast, zunächst chronologisch geordnet, die neuesten Beiträge zuerst. Dann werden alle Informationen über die Beiträge und über die Personen, die diese Beiträge veröffentlicht haben, sowie deine Präferenzen ausgewertet. Instagram nennt diese Informationen „Signals“ und es gibt Tausende von ihnen. Die wichtigsten dieser Signale sind:

– Informationen über das Posting selbst: Wie populär ist dieses Posting, hatte es viele Likes, Kommentare etc.? Außerdem spielt die Posting-Zeit eine Rolle, die Art (Video, einzelnes Bild, Galerie-Posting) und auch eine etwaige Ortsangabe.

– Informationen über das Profil, von dem das Posting stammt: hierdurch möchte Instagram herausfinden, wie stark dein Interesse an dieser Person, oder Marke sein könnte, aber auch wie oft andere User in den vergangenen Wochen mit diesem Profil  interagiert haben.

– Deine eigene Aktivität: Instagram schaut sehr genau, was für Inhalte dir gefallen. Welche Art von Beiträgen likest oder kommentierst du? Wie lange schaust du dir Videos im Durchschnitt an. All das sind für Instagram sehr wertvolle Signale.

– Wie oft du mit einer bestimmten Person interagierst: Dadurch lernt Instagram, wie hoch dein allgemeines Interesse ist, Beiträge dieses Profils zu sehen.

Auf Basis dieser und weiterer Daten sortiert Instagram die Beiträge, die dir angezeigt werden. Es gibt allerdings auch Ausnahmen. Beispielsweise vermeidet es Instagram, dass du zu viele Beiträge einer Person hintereinander angezeigt bekommst. Verstoßen Beiträge zudem gegen die Community-Richtlinien, werden sie gelöscht, nicht aber Beiträge, die Falschinformationen erhalten. Diese werden überprüft, mit einem entsprechenden Hinweis versehen und weit unten im Feed angezeigt (wo sie kaum jemand sieht).

Im Explore-Bereich finden grundsätzlich die gleichen Regeln Anwendung. Hier sollst du neue Inhalte entdecken. Profile, denen du bereits folgst spielen hier eine untergeordnete Rolle. Und auch hier werden wieder Signale ausgewertet. Hast du beispielsweise in letzter Zeit mehrere Inhalte von einem bestimmten Profil geliked, schaut Instagram wem sonst noch Bilder dieses Profils gefallen und an welchen anderen Profilen diese Personen noch interessiert sind. Das bedeutet, wenn du das nächste Mal Explore öffnest, du Beiträge dieser anderen Profile angezeigt bekommst.

Dann gibt es noch die Reels, die speziell dazu da sein sollen, dich zu unterhalten. Auch hier bekommst du weniger Inhalte von Profilen denen du folgst angezeigt, als vielmehr von solchen, denen du nicht folgst, deren Inhalte dich aber sehr wahrscheinlich interessieren werden. Die wichtigste Voraussage, die Instagram zu treffen versucht, ist wie wahrscheinlich es ist, dass du dir ein Reel in voller Länge ansehen wirst. Versuche deine Reels also so zu gestalten, dass sie buchstäblich ab der ersten Sekunde begeistern.

Tatsächlich kannst du davon ausgehen, dass die wenigsten deiner Follower sehen werden, was du teilst, da der Großteil der User nicht den kompletten Feed durchsieht. 

Der LinkedIn-Algorithmus

Auch das weltweit größte B2B Netzwerk LinkedIn (ca. 756 Mio. Nutzer weltweit) filtert die Beiträge, die dir im Feed angezeigt werden.
Deine Postings werden anhand von Text und eventuellen Anhängen nach ihrer Relevanz bewertet. Dann wird eine Vorhersage getroffen, wie gut dein Content bei der Zielgruppe ankommen wird. Im Anschluss daran spielt LinkedIn dein Posting einem kleinen Teil deiner Zielgruppe testweise aus, um deren Reaktionen darauf zu testen. Je nachdem wie gut oder schlecht dein Posting ankommt wird er der Mehrheit deiner Follower oder auch gar nicht im Feed angezeigt.
Übrigens wird die bisherige Performance deiner Beiträge nicht berücksichtigt. Das bedeutet, dass sich ein Unternehmen nicht erst mühsam einen guten Ruf aufbauen muss, um durchzustarten. Der LinkedIn-Algorithmus funktioniert frei nach dem Motto „every day is a new beginning“.
Wie genau LinkedIn die Qualität deiner Inhalte bewertet, ist nicht bekannt. Es kann aber gesagt werden, dass LinkedIn nicht nur auf einzelne Postings achtet, sondern auf das Gesamtbild: hast du ein aussagekräftiges Profil, interagierst du auch mit anderen Inhalten, wie ist deine Beziehung zu dem potentiellen Empfänger deines Postings – all diese Fragen fließen in die Bewertung mit ein. Einen wirklich ausführlichen Artikel von dem Netzwerk selbst findest du hier und von uns findest du hier den Weg zurerfolgreichen Unternehmensseite bei LinkedIn.

Aha!

Die Algorithmen der wichtigsten Sozialen Netzwerke funktionieren im Prinzip auf die gleiche Art. Und sie arbeiten nicht gegen, sondern für euch, vorausgesetzt ihr habt ein grundlegendes Verständnis von ihnen entwickelt (spätestens jetzt, nach der Lektüre dieses Artikels).
Zusammenfassend können wir uns folgenden Merksatz notieren: „Make your content relevant, or be irrelevant“.

Ach so: zu den Algorithmen kann man leider gar nicht tanzen.

Wir stehen dir mit unserer jahrelangen Expertise gerne zur Seite und können dich und dein Unternehmen zu diesem und anderen Themen rund um das Thema Social Media Marketing gerne persönlich beraten. Zögere nicht, uns zu kontaktieren.