Das schwedische Unternehmen H&M Hennes & Mauritz AB gehört mit etwa 2.800 Geschäften in 49 Ländern und den dazugehörigen Onlineshops zu den Giganten der Kleidungsindustrie weltweit. Mittlerweile gibt es zudem einige weitere Tochter-Marken, die dem Konzern angehören: Diese sind Monki, Cheap Monday, Weekday, COS und seit neuestem & Other Stories. Über diese Töchter soll die Zielgruppe erweitert werden, um noch mehr Menschen erreichen zu können. Zudem kann es von Vorteil sein durch diese einen Ausgleich zu schaffen, falls es (erneut) zu Kritik ggü. H&M kommen sollte, da den wenigsten die Verbindung all dieser Marken bekannt ist.

In dieser Ausgabe famefacts habe ich mir die Facebook-Seiten der genannten Marken näher angesehen, um Unterschiede oder auch Gemeinsamkeiten zu entdecken und zu sehen ob einer der Großen ein Best Practise Beispiel liefern kann. Denn gerade derartige Konzerne haben die Mittel und Möglichkeiten auf hohem Niveau zu arbeiten.

H&M – Facebook Seite

Abbildung Facebook Titelbild H&M

H&M hat für seine Fans eine internationale Page eingerichtet, die sich an alle Kunden richtet. Kommuniziert wird hauptsächlich auf Englisch aber immer wieder auch auf Deutsch:

Abbildung Facebook Post H&M

Dies geschieht in einer bunten Mischung von  2-4 Posts pro Tag. Die Häufigkeit scheint sich an dem vorhandenen Content zu orientieren und zeigt, dass hier nicht nur um des Posts Willen gepostet wird.

In den Tabs ist zum einen unter Your H&M eine Art Newsletter integriert, der je nach Land oder Sprache angepasst werden kann. Zum anderen können Nutzer unter Fashion Show einen Stream der jeweiligen Show verfolgen. Ansonsten gibt es unter den Tabs keine weiteren Besonderheiten.

Schon oft erwähnt, doch leider zu häufig immer noch Fakt: ES GIBT KEIN IMPRESSUM! Schade eigentlich, denn gerade wenn die großen spielen sollten Regeln eingehalten werden. Immerhin findet sich in der Info ein Link zur Homepage Auch dort nicht zum Impressum), sodass der Suchende dort fündig werden kann.

Diese Seite spricht ein breites und multinationales Publikum an, die Zielgruppe ist eher im “Mainstream” angesiedelt. Insgesamt wird hier professionell gearbeitet, was u.a. daran zu sehen ist, dass scheinbar ein internationales Team hinter der Seite steht, da User-Anfragen jeweils in der richtigen Sprache und zeitnah beantwortet werden.

Monki – Facebook Page

Abbildung Facebook Titelbild Moki

Monki ist ebenfalls über eine internationale Page vertreten und kommuniziert ausschließlich auf Englisch mit den Nutzern. Selbst in einer anderen Sprache gestellte Anfragen werden auf Englisch beantwortet. Die Postings drehen sich jedoch auch um internationale Events und News, wie bspw. ein Video zur Store-Eröffnung, die kürzlich in Berlin statt fand. Dadurch, dass diese Marke eine rein weibliche Zielgruppe besitzt, sind die Inhalte dementsprechend eingegrenzt.

Eine positive Überraschung findet sich in den Tabs:

Abbildung der monki tabs

Unter monki mi findet der Nutzer eine App für iPhone oder iPad (die jedoch im Store erst heruntergeladen werden muss) mit Hilfe derer Fotos bearbeitet werden können und welche sämtliche Informationen/ einen Storefinder enthält. Die Inhalte werden je nach Einstellung von Land / Sprache angezeigt. Die Fotobearbeitung ist weder hochprofessionell noch kompliziert und bietet Spaß in langweiligen Momenten. Leider kann man über den Computer nicht darauf zugreifen, sie zeigt jedoch, dass die Bedeutung des mobilen Nutzungsverhaltens sozialer Netzwerke erkannt und in die Strategie eingebunden wird.

Cheap Monday – Facebook Seite

cheap monday Titelbild facebook

Auch bei Cheap Monday besteht die Facebook Präsenz aus einer international angelegten Page, deren Postings  alle auf Englisch erfolgen. In der Beantwortung der Anfragen von Nutzerseite, wird jedoch der Dialog in der “richtigen” Sprache geführt.

Die Seite mutet sehr jung und “alternativ” an, was weiter unten auf der Seite von Weekday entspricht. Hier findet sich ein gemeinsames Konzept, was womöglich darauf beruht, dass die Produkte meist in ein und demselben Store vertrieben werden – folglich die gleiche Zielgruppe ansprechen sollen.

In den Tabs findet sich außer den Basics, wie Fotos, Karte, Videos und Veranstaltungen keine Besonderheit.

Abbildung cheap monday facebook tabs

Immerhin ist dies die einzige Seite, die im Info-Bereich über Ansätze eines Impressums verfügt, wenn dieses auch nicht vollständig ist: Es finden sich die Adressen und Kontaktdaten diverser internationaler Standorte.

& Other Stories Facebook Seite

Abbildung & other stories Titelbild Facebook

& Other Stories ist die jüngste Marke unter H&M und spricht ganz klar eine eigene Zielgruppe an: Auf der Facebook Page drehen die Inhalte sich um Fashion und Art, der “Mainstream-Faktor” ist weg. Dafür ist das Konzept, wie der Name bereits verrät, auf Geschichten ausgerichtet. Dies wird durch Fotoalben bedient. Leider gibt es zu diesem Thema nichts in den Tabs zu finden:

Abbildung der Tabs von & other stories bei Facebook

Hier sehe ich ganz klar verschenktes Potential: Gerade bei einer solchen Vorlage gibt es zahlreiche Möglichkeiten User-Engagement zu fördern und somit die Bindung zur Marke und vor allem zur Marke als eine Art Lebensgefühl zu stärken und zu emotionalisieren.

Das Impressum sucht man übrigens auch hier vergeblich.

Weekday Facebook Seite

Abbildung weekday Titelbild Facebook

Wie bereits oben erwähnt weißt Weekday einige Parallelen zu Cheap Monday auf, hat jedoch einen etwas “edleren” Touch. Auch diese Seite ist klar international aufgestellt und kommuniziert komplett auf Englisch mit Ausnahme bei Beantwortung der Anfragen, wobei ich Schwedisch entdeckt habe.

Beim Durchgehen der Anfragen ist mir aufgefallen, dass das Markenimage hier zielsicher in der Kommunikation umgesetzt wird:

Abbildung weekday user post

Der Nutzer vergleicht hier den Kleidungsstils des Hipsters mit dem von Obdachlosen und Weekday reagiert sicher und mit Humor. Dabei könnte dies auch als kritischer Beitrag verstanden werden. Super!

Dieses Kommunikationskonzept zieht sich durch die Beiträge kontinuierlich durch, was nicht bedeutet, dass auf Kritik nicht auch ernsthaft eingegangen wird.

COS Facebook Seite

Abbildung Facebook COS Titelbild

COS ist die edle Nische der Gruppe, was in der klaren und schlichten Aufmachung der Facebook-Page deutlich wird. Der Fokus liegt hier auf klarem Design von Kleidung als auch von Einrichtungsgegenständen.   Auf der Homepage wird der Stil als “high end design” oder unter den Stichworten “Purity an Purpose” beschrieben.

Die Page ist international aufgestellt und kommuniziert in englischer Sprache. Leider sind Posts von User-Seite nicht freigeschaltet,  wodurch ich die Kommunikation in dieser Hinsicht nicht beobachten konnte.

Eine Kleinigkeit fiel mir in den Postings jedoch negativ auf: Binnen enes Tages wurde 5-mal ein fast identischer Post veröffentlicht. Das Bild war jeweils dasselbe und nur der Text unterschied sich minimal. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass ein User diese textlichen Unterschiede überhaupt wahrnimmt. Hier stellt sich die Frage, ob die enthaltenen Informationen nicht besser hätten umgesetzt werden können.

Die Tabs sind ebenfalls klar strukturiert und weisen außer dem markeneigenen Magazin keine Besonderheit auf:

Abbildung Facebook COS tabs

FAZIT für die H&M Familie

Alle Seiten sind international aufgestellt und auf das Thema Lifestyle ausgerichtet. Dabei wird jeweils das individuelle Image der Marke gekonnt umgesetzt. Es könnte überlegt werden, ob man mit Posts in verschiedenen Sprachen nicht noch mehr Nutzer emotional erreichen könnte.

Der Mangel an Impressi sollte schnellstens behoben werden, um den Usern weiterhin vertrauenswürdig und professionell gegenüberzutreten. Auch wenn es “nur” in D-A-C-H-Länder “Pflicht” ist.

Insgesamt ist zu sagen, dass alle Marken professionell arbeiten und der Konzern es versteht eigenständige Welten für den Nutzer zu erzeugen. Top!

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