In einem Interview in der Wired (4/2012) mit Marketingmann Sam Fiorella erzählt dieser eine Geschichte von einem Bewerbungsgespräch, bei dem vom Job-Interviewer auf den Klout Score geschaut wird und ein Bewerber tatsächlich den Vorzug vor einem anderen erhält, weil dessen Rank besser ist.

Ist das ein Klout-Marketing-Stunt? Aus meiner Sicht: sicherlich ja. Aber selbst wenn es 100% erfunden wäre, für einen Social Media Manager kann dies heute definitiv ein Vorteil in seiner Vita sein. Unternehmen wollen gerne gut vernetzte Mitarbeiter für bestimmte Bereiche und Klout ist ein System welches versucht genau diese Vernetzung zu bewerten. Mitarbeiter mit einem hohen Vitamin B-Gehalt versprechen Unternehmen indirekt immer mehr Umsatz.

Ebenso erwähnt Fiorella in der Wired die für mich inzwischen ausgelutschte Geschichte, dass ein Hotel in Las Vegas besseren Klout-Rank Gästen bessere Zimmer gibt und daraufhin den eigenen Klout-Rang stark verbessert!

Illusion oder ferne Zukunftsmusik?

Ich möchte bei Google anfangen und deren „Gegenkonzept“ mit dem Namen „Authorship“ oder „Authorrank“ erwähnen. Falls es noch nicht aufgefallen ist: in den Google Suchergebnissen findet sich inzwischen das google plus Profil von Autoren.

Abbildung von Gorden Wübbe authorship in Suchergebnissen von Google

Die Bedeutung dürfte jedem klar sein, wenn einem die Rankingfaktoren für 2013 – ermittelt durch Searchmetrics – bekannt sind. (Anmerkung: Im Video sehen Sie Marcus Tober auf der OMCap 2012 zu genanntem Thema)

Kurz und knapp: es besitzt hohe Relevanz heute und eine größere Bedeutung morgen. Übersetzt heißt es, dass sich jeder CEO überlegen sollte zu „bloggen“ und sofern er dies tut auch sein „google-authorship“ zu managen. Für Fachfreaks: In den Webmastertools von Google kann man inzwischen im „Lab“-Bereich auch die Trafficdaten zum Autor visuell verfolgen. Für “normal Sterbliche” löst das wahrscheinlich alles Unbehagen aus. Für Unternehmen gilt: Zeig ein Gesicht und Dir wird eher geglaubt. Man könnte mit einem Augenzwinkern also die “Spammer” für die verlorene Privatsphäre verantwortlich machen. Firmen, die kein Gesicht haben, besitzen weniger Glaubwürdigkeit. Gilt bei Google, vielleicht sogar auch heute im realen Leben.

Nun zu Klout. Klout bildet gemeinsam mit Microsoft eine Allianz. Die Score Ergebnisse ergänzen die US-Suchergebnisse in Bing mit ihrem Ranking-System. Was für ein Zufall, oder? Jetzt besitzt Bing kaum Bedeutung in Deutschland und auch in den USA ist der Marktanteil nicht so beachtlich wie der von Google.

Was ist besser? Authorrank oder Klout Score?

Meiner Meinung nach beschränkt sich Google zu sehr auf ihr eigenes “Googleversum“. Sie werden natürlich wegen des Wettbewerbs auch „ausgegrenzt“ – zumindest bei den Microsoft Allianzen Yahoo, Facebook und letztendlich Klout. Wieder übersetzt: Google kommt nicht an alle Daten von facebook, da google auch facebook nicht alle Daten zur Verfügung stellt. Somit nutzt Google stärker Google Plus als Indikator für “Wichtigkeit”. Zusammenfassend ist das Google Auhtorship-Konzept etwas begrenzt. Klout hingegen kann Google Plus eine Gewichtung geben, neben den Daten von Twitter, Facebook und Co.

Fernab dieser politischen Patt Situation:

Für die Suchmaschinenoptimierung in Google wird die Bedeutung vom Authorrank nicht abnehmen und der Klout Score wird dabei in dieser oder in ähnlicher Form auch adaptiert werden. Ein Autor, der in Google Plus zwar wenige Einkreisungen besitzt, aber dafür in Facebook unfassbar viele Fans hat, kann und wird langfristig nicht schlechter dastehen wollen. Zumindest nicht für meine Auffassung von dem was gerade passiert – soziale Suche.

Datenschutz und sowas alles

Ich glaube, man muss kein Hellseher sein: Nach deutschen Richtlinien ein nicht praktizierbares Geschäftsmodell. Wie bereits oben erwähnt muss nicht jeder Facebook-Nutzer anfangen und Klout nutzen. Für Social Media Manager im Bewerbungsgespräch ist es sicherlich ein Gimmick, aber für Unternehmen ist es quasi Pflicht DAS Gesicht, allein aus SEO-Sicht, zu etablieren und dabei ist der Klout Score sicherlich eine geeignete Benchmark.

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