Kaum eine Branche hat im Social Media Bereich so viel Potenzial wie Mode, denn hier dreht sich alles um Lifestyle, Lebensgefühl, die persönliche Einstellung und die dazugehörigen Bilderwelten.

Vor allem in Netzwerken wie Facebook, Pinterest oder Tumblr, in denen die Kommunikation fast auf Bildern beruht, können Moderetailer ihre Zielgruppe direkt erreichen.

Facebook zählt hierbei nach wie vor zu den stärksten Plattformen, über die Unternehmen mit ihren potentiellen Interessenten kommunizieren und durch professionelle Redaktion emotionale Bindung zur Marke generieren können. Retailer sind hierbei besonders gefragt, da sie verschiedene Kleidungsmarken vertreiben und somit anders an die Kunden herangehen müssen, um sie zu binden. Sie sind vielmehr darauf angewiesen einen entsprechenden Mehrwert zu bieten und von sich zu überzeugen.

Daher habe ich mich diese Woche mit 5 Vertretern dieser Branche auseinandergesetzt und deren Facebook-Pages untersucht. Da oftmals die Möglichkeiten der Tabs/Apps noch nicht voll ausgeschöpft werden, stehen diese in der heutigen Ausgaben famefacts im Vordergrund.

 

Zalando auf Facebook

Abbildung Moderetailer zalando Titelbild facebook

 

Bei Zalando dreht sich alles um Outfits und Kleiderwelten: Einer der ersten Tabs ist die “ProFashionals”-App, die es Nutzern ermöglicht individuelle Fragen an die 2 Stylistinnen zu richten. Die Antwort erfolgt meist über die Pinnwand mit 2 Outfitkreationen, deren Einzelteile auf Zalando verfügbar sind. Einzelne beigefügte Links erleichtern dem Nutzer das Shopping.

zalando pro fashionals Antwort

Es kommt zu einer Win-Win Situation, da der Nutzer kompetente Informationen erhält, die gesamte Community von den Ideen profitieren kann und das Unternehmen Verkaufsförderung ohne den faden Beigeschmack betreibt.

Doch der Nutzer kann auch selbst aktiv werden und seinem “Mode-Ich” freien Lauf geben: Über den Zalando “Outfit-Creator” kann man aus dem gesamten Sortiment an Bekleidung und Accesoires Outfits kreieren, die in der Community veröffentlicht, bewertet und verbreitet werden.

Abbildung vom zalando outfit creator

Zudem ist das soziale Netzwerk Pinterest eingebunden, in welchem man als Nutzer auf diese Weise stöbern kann ohne sich dort registrieren zu müssen. Eine weitere Verknüpfung von Netzwerken findet über Instagram inForm eines Foto-Contests statt.

Doch auch der Bereich Human Resources ist in die Page integriert: Unter “Jobs” finden sich alle freien Stellen des Unternehmens, sowie die Möglichkeit zur Initiativbewerbung und das alles eingeleitet durch einen kurzen Imagefilm.

Abbildung der zalando HR Maßnahmen auf Facebook

Etwas verwirrt is jedoch der, der die Netiquette sucht, da diese sich unter dem Tab “zalando community” findet, woran man nicht im ersten Moment denkt. Schön ist aber, dass alle Tabs mit aussagekräftigen Bildern ausgestattet sind, sodass sie dem User die Orientierung erleichtern und somit die Usabiltiy steigern.

Insgesamt bietet diese Page den Fans viele Möglichkeiten zur Interaktion und überzeugt in ihrem Auftreten. Top!

brands4friends auf Facebook

Abbildung brands4friends titel facebook

Bei brands4friends fällt sofort der 10€ Gutschein in den Tabs auf, um diesen zu erhalten muss man jedoch Freunde einladen, was für viele eine Hürde darstellt. Mittlerweile wird man im Internet und auch speziell auf Facebook von soviel Spam verfolgt, dass man sich daran nicht unbedingt auch noch selbst beteiligen möchte. Dazu kommt, dass solche oder ähnliche Promo-Aktionen immer ein zweischneidiges Schwert sind: User, die dadurch zu Fans werden interagieren meist kaum mit der Seite und sind auch schnell wieder weg.

Schön ist, dass  der Tab “Kundenservice” klar sichtbar integriert ist; Dieser enthält leider nur Kontaktinformationen und keine direkte Möglichkeit zu Dialog aber immerhin.

Auch hier findet sich wieder der HR auf der Page:

Ansicht der brands4friends jobs

Dieser ist klar strukturiert und ansprechend gestaltet: Ein Bild vom potentiellen Arbeitsplatz weckt Interesse und ist auch optisch schöner als eine Liste an Ausschreibungen (zumindest im ersten Schritt). Über “Offene Stellen” wird man auf den HR Bereich der Website weitergeleitet und kann sich zu Jobs oder Praktika informieren, sowie eine Inititativbewerbung einreichen.

Wieder eine klar aufgebaute Seite, schön gestaltet und auf die Zielgruppe ausgerichtet, doch leider geht der Aspekt Socialtainment unter: Außer Information bietet sich kein wirklicher Mehrwert für den Fan des Moderetailers.

Stylefruits auf Facebook

Abbildung des stylefruits Titelbilds bei Facebook

 

Was auf dieser Page sofort (negativ) auffällt sind die fehlenden Bilder in den Tabs, das erschwert zum einen die Orientierung und den ersten Eindruck, da es etwas “unfertig” aussieht.

Leider fällt als zweites auf, dass der Tab “Willkommen” doppelt vorhanden ist. Öffnet man den Tab bietet sich dem Nutzer der gleiche Inhalt in zwei verschiedenen Designs:

Abbildung Facebook stylefruits Willkommenstab

Es ist nicht zu erkennen welcher Tab nun der aktuelle ist, ob beide funktionstüchtig sind, etc. Ein derartiges Faux-Pas sollte nicht vorkommen, da es ja auch praktisch keinen Grund dafür gibt.

Als Interaktionsmöglichkeit erscheint zunächst der Tab “Modefragen”, hat man jedoch das Fangate durchschritten sieht man etwa 5 Sprechblasen zu festen Themen, die angeklickt werden können und den Nutzer unmittelbar auf die Homepage weiterleiten.

Dafür sieht man auf der Pinnwand zahlreiche User-Anfragen, die vom zuständigen Team professionell und in angemessener Zeit beantwortet werden. Da dieses Prinzip scheinbar sehr gut funktioniert, wäre mein Tipp sich zu entscheiden: Entweder man bietet den Nutzern mehr Möglichkeiten in den Tabs und frischt diese auf oder man lässt es, nimmt sie daraufhin aber auch raus. Denn momentan erwecken sie für Neulinge einen schlechten Eindruck, obwohl die Page und die Community gut zusammenarbeiten.

Die Verlinkung zu Twitter findet sich im Bereich “Information”, ist jedoch nicht in die Page eingebettet.

 

7trends auf Facebook

Abbildung des 7trends Titelbildes

Die Facebook Page des Unternehmens 7trends bietet Nutzern Einblicke hinter die Kulissen der Shootings und informiert über den eingebundenen Newsletter.

Unter “How to wear” gibt es Outfit-Ideen passend zur Saison mit dem Thema “Sommerröcke”. Verschiedene Stilrichtungen werden im Tab gezeigt und via Klick auf das jeweilige Kleidungsstück wird man zum Shop weitergeleitet:

Ansicht Thementab 7trends how to wear

Wirklich interaktiv ist dieser Tab nicht – der Nutzer kann nicht selbst bestimmen wozu er Tipps erhalten möchte, sondern muss sich an den vorgegebenen Kleidungsstücken orientieren.

Im Verlauf der Pinnwand geht es um Neu eingetroffenes und zu 75% um Promotion. Auch hier gilt wieder: Promotion hat zwei Seiten. Auf der einen Seite lockt sie schnell Fans, auf der anderen sind diese jedoch meist wenig engagiert und eher wankelmütig, folglich von weniger hohem Wert für Seite aus Sicht der Community.

Asos auf Facebook

Abbildung des Asos Titelbildes bei Facebook

 

Asos hält die Tabs sehr minimalistisch, der Fokus liegt klar auf der Pinnwand und den Bilderwelten. Da fehlt der Socialtainment Faktor, aber es ist eine klare Linie. Denn auch auf Facebook gilt “mach es richtig oder lass es”!

In den Postings werden neue Trends oder Neuheiten im Shop anhand kleiner Fotoalben präsentiert. Interessant sind die internationalen wöchentlichen Topseller:

Abbildung von Posts von Asos

International aufgestellt bieten sie den Nutzern Einblick in verschiedene Trends und Unterschiede der Metropolen.

Auch auf der Page von Asos werden natürlich Outfit Tips gegeben:

Abbildung von Postings von Asos auf Facebook

Immer mit den passenden bit.ly-Links, die sich gut für das Monitoring eignen und den Nutzer direkt zum gewünschten Produkt führen, sodass die Kaufwahrscheinlichkeit steigt.

famefacts.19 in a nutshell

Abbildung des famefacts.19 Ranking

Fazit für die Moderetailer

Auch diese Woche zeigt sich von den Unternehmen auf Facebook ein gemischtes Bild: Es gibt eine herausragende Seite, die ein umfassend gut geplantes Konzept präsentiert und den Nutzern in vielen Bereichen ein tolles Erlebnis bietet. Doch auch andere Seiten, die weniger Möglichkeiten aufzeigen überzeugen durch eine klare Strategie.

Dagegen zeigen andere den Willen, aber fehlendes Know-How oder sie unterschätzen die Bedeutung kleinerer Faux-Pas im Auge der Nutzer. Hier wird wieder die aus den 2000er-Jahren stammende “Wir machen mal Facebook”-Einstellung deutlich.

Vor allem in der Modebranche mit hohen Ressourcen an Erlebnis- und Bilderwelten, sowie hohem Interesse von Seite der potentiellen Kunden ist ein Ergebnis auf den unteren Rängen enttäuschend und es besteht dringender Handlungsbedarf im Bereich Social Media Fashion!

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