Kurze Vorstellung von Paula

„Paula“ ist eine Zeitschrift, die sich laut eigener Beschreibung an Frauen zwischen 30 und 50 richtet, die über ein mittleres Einkommen verfügen und eine abgeschlossene Ausbildung haben. Laut einer Präsentation umfasst diese Zielgruppe, wenn man außerdem eine Affinität zu Zeitschriften hinzufügt, etwa 8 Millionen Frauen. Zusätzlich zu der im Mai 2012 eingeführten Zeitschrift gab es eine Facebook-Seite. Die Kommunikation auf der Seite erfolgte durch Unterstützung freier Tools und war recht gleichbleibend.

Die Inhalte der Zeitschrift bestanden zu 50% aus Celebrities/People und zu 50% aus den “üblichen” Themen wie Beauty, Mode, Gesundheit, Kochen, Reisen und Wohnen. Außerdem gab es in jeder Ausgabe einen großen monothematischen Sonderteil.

Da die “Paula” ein recht neues Magazin und die Zielgruppe auch im digitalen Zeitalter angekommen ist, sollte man meinen, dass Facebook Sinn für das Magazin macht.

Facebook für Special Interest Magazine

Für Special Interest Magazine bietet Facebook viele Möglichkeiten ohne großen Budgetaufwand die richtige Zielgruppe zu erreichen. Aus diesem Grund ist es immer wieder schade, wenn man beobachtet wie wenig Engagement diesem Kommunikationskanal zuteil wird.

Eine kurze Recherche mit Hilfe des Werbe-Tools von Facebook ergab, dass es etwa 6,6 Mio. Frauen zwischen 30 und 50 gibt, die bei facebook angemeldet sind. Die Genauigkeit der Zielgruppe kann so fein justiert werden, dass prinzipiell jede Nische direkt erreicht werden kann, wenn man nur will.

Paula auf Facebook

Screenshot der Facebook Seite von Paula

Die Themen der Kommunikation auf Facebook orientierten sich stark an den Inhalten der jeweiligen Ausgabe und wurden mit einer immensen Anzahl von Gewinnspielen unterstützt. Hierzu werden wieder freie Tools, die ihre Werbung im jeweiligen Tab platzieren, genutzt.

Gewinnspiele bieten sich an, um Nutzer auf die eigene Seite zu locken und als Fans zu gewinnen. Allerdings sollten diese meiner Ansicht nach “unqiue” sein, zudem cross-medial ansetzen. Dies habe ich vergeblich gesucht, leider. Wie bereits erwähnt ist es wünschenswert ein hohes Engagement auf der Seite zu etablieren. Dies ist mit guten Posts zu versuchen. Gute Posts formuliert man unter anderem nach dem K.I.S.S. – Prinzip (Keep it short and simple). Wie man am Beispiel sieht, schreibt die Redaktion eher viel.

Pinnwandkommunikation Paula Magazin

Der eigentliche Hammer

Bereits nach etwas über einem Jahr wurde dieses Magazin nun eingestellt. Das ist traurig. Es hängt immer ein Rattenschwanz hinter einem Magazin. Aber “macht” man Zeitung heute genauso wie vor 30 Jahren? Und wenn man sie so “macht”, ist es dann nicht von vorne herein etwas mit kurzer Lebenszeit?

Interessant ist hier wieder Facebook. Dort wird “heile Welt” gespielt. Wenn man kein Abonnement der Zeitschrift hatte, erfuhr man erst am 11. Januar diesen Jahres plötzlich, dass es keine weiteren Ausgaben mehr geben wird. Die Postings im Vorfeld, kündigten dies nicht an. Ein bisschen surreal das Ganze.

letzter facebook post paula

Für einen Fan ist das sehr überraschend. Auch nach besagtem Post fand keinerlei Kommunikation über Facebook mehr statt. Als Grund für die Einstellung des Magazin wurde eine grundlegende Überarbeitung angegeben.

Fazit
Ich hoffe, dass im Rahmen dieser Überarbeitung auch für Facebook eine neue Strategie entworfen wird, welche enger mit den Fans arbeitet und derlei Überraschungen in Zukunft durch Dialoge auf Augenhöhe vermeidet. Der ehrliche, offene Umgang mit Lesern ist dabei wahrscheinlich der größte Schritt. Ein agiles Projektmanagement könnte helfen ein zielgruppengerechtes Magazin zu erschaffen und eine neue Sicht auf die Medienwelt ist auch nicht schlecht. Hierzu hat sich der Werbegigant Coca-Cola auch entschlossen. Time for a change, sehen auch andere so.

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