Die Social Media Week ist vorbei und nach unserem Beitrag zur “Berliner Wahl Digital” soll an dieser Stelle noch ein kurzer Bericht zur Veranstaltung “The Crowd is Good” folgen. Ich hatte zuvor bereits mehrere weitere Events besucht, wobei jedes Mal ein Mitarbeiter eines Unternehmens einen Vortrag zu einem Thema hielt, mit dem er sich auskennen sollte. Inwiefern dies denn auch wirklich der Fall war, hat sich insgesamt stark unterschieden: mal wirkte der Vortragende extrem fehl am Platz oder wie ein reiner Vertriebler, der interessierte Kunden suchte, aber ab und zu fand sich auch ein Mensch auf hohem Know-How-Level und guten Kommunikationsfähigkeiten vor dem insgesamt sehr jungen Publikum.

Bei “The Crowd is Good” nahm ich nun zum ersten Mal an einer Diskussionsrunde teil. Die Hauptthemen: Crowdfunding und Crowdsourcing. Passend dazu kamen die Teilnehmer aus den unterschiedlichsten Unternehmen in eben diesen Bereichen: Soundcloud, IndieGoGo, Campact und Jovoto. Die Runde fing langsam an mit der Frage an alle, wie viele Mitglieder ihr jeweiliges Portal denn schon habe. Die Antworten fielen unterschiedlich aus: Soundcloud hat inzwischen über 7 Millionen Mitglieder, IndieGoGo über 40.000 Kampagnen und Jovoto ungefähr 25.000 Kern-Mitglieder. Tiefer in die Diskussion ging es mit der Frage, inwiefern die jeweilige Crowd aus Mitgliedern anders / besser / schlechter sei als z.B. Fans von Tokio Hotel (!) oder ein pöbelnder und randalierender Mob. Hoffen wir mal, dass sich diese drei Beispiele für Menschenmengen nicht all zu sehr decken.

Socialmediaweek fotoInteressant verfolgten die Zuschauer auch die Frage, welche Organisationen oder Institutionen wohl bedroht sein könnten, wenn die jeweiligen Plattformen weiter wachsen und ansteigenden Erfolg haben. Ein wiederkehrender Moment war die Betonung einer generellen Entwicklung: “old business models are being replaced”, das war schon immer so und wird vermutlich auch weiterhin passieren. Vielen Dank an Slava von IndieGoGo für die Erkenntnis, dass er zu diesem Zeitpunkt sein Unternehmen hoffentlich schon gewinnbringend verkauft hat.

Weitere Erkenntnisse zur Social Media Week inkl. Crowdsourcing

Weitere wichtige Erkenntnisse: auch wenn eine stetige Entwicklung zu erkennen ist, so spielen doch nach wie vor die alten Medien eine wichtige Rolle bei der Bekanntmachung der neuen, sozialen Medien und den dazu gehörigen Unternehmen und Portalen. Im Mittelpunkt stand auch die Betonung eines MVP (Minimum Viable Product) als eine wichtige Voraussetzung zum Start eines neuen Geschäftsmodells. Die abschließende Frage, ob jede Entscheidung von einer Crowd gefällt werden kann, fand großen Diskussionsbedarf auch im Publikum und hätte mit Sicherheit den Rahmen der Veranstaltung um ein weites sprengen können.

Ich kann zusammenfassend nur sagen, dass es eine gute Wahl von mir war, die Social Media Week mit dem Besuch dieser Veranstaltung zu beenden. Einige Vorträge zuvor haben noch ein deutlich schlechteres Bild hinterlassen, was verschiedenste Gründe hat: falsche Redner, Vorträge für die falsche Zielgruppe vorbereitet, inhaltsleere Power Point Präsentationen. Die Vielfalt der Themen und Veranstaltungen wie “The Crowd is Good” lassen aber hoffen, dass die Social Media Week auch im nächsten Jahr wieder stattfindet – vielleicht kann bis dahin auch die Auswahl und Vorbereitung der Redner insgesamt noch ein wenig optimiert werden.

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