Heute möchte ich Bezug nehmen auf das Time Magazine, welches gestern (21.01.2014) den Artikel “Facebook Is About to Lose 80% of Its Users, Study Says” veröffentlichte.

Die Time bezieht sich dabei auf eine Studie namens Epidemiological modeling of online social network dynamics von John Cannarella und Joshua A. Spechler. Diese wurde am 17.01.2014 veröffentlicht, also ist es eine brandheiße Thematik.

Eines vorneweg: Über den Niedergang von Facebook zu schreiben ist schwer in Mode. So schrieben Bild, Spiegel und Konsorten, dass Facebook die Teenager weglaufen und unsere Kollegen von Allfacebook.de haben wieder ein bisschen Ordnung ins Wirrwarr gebracht. (Hier zu lesen…)

Eine Story á la “Morgen geht alles zu Ende” funktioniert in Medien definitiv besser als “Alles wird super”. Ich persönlich finde die Thematik so interessant, weil ich MySpace und StudiVZ wachsen und “sterben” gesehen habe. Ebenso sagt mir die Methodik, ein mathematisches Modell zu entwickeln und dieses auf Google Trend Ergebnisse zu übertragen, zu.

Was sagt die Studie Facebook stirbt wie MySpace im Kern?

Auf Basis der Googletrends für Myspace wurden verschiedene Modelle entwickelt, um bei einem Absinken einer Suchkurve den “0-Punkt” zu erreichen. Zwei Modelle für den theoretischen Kurvenverlauf erkennt man auf folgender Darstellung aus der Studie:

sucheingabe trends myspace

Dass MySpace seinerzeit von Spam überflutet und von”modernster” Webtechnologie verlangsamt wurde, wird dabei natürlich nicht erwähnt. Es geht generell darum, dass Themen ein Interesse wecken und irgendwann “durch” sind.

Berühmt berüchtigt wurde vor 2-3 Jahren die Seite http://wann-stirbt-studivz.de/ auf Basis der Daten der IVW. Der Niedergang wurde dadurch nicht gestoppt und StudiVZ belegt heute (laut Alexa.com) den 1662. Rank der Beliebtheit von Webseiten in Deutschland. In den Jahren 2006-2008 belegte StudiVZ eher die vorderen Plätze. Bei Googletrends verläuft die Kurve ebenfalls nach unten:

Laut Googletrends ist bei Facebook ebenso ein leichter Knick zu erkennen. Diesen Punkt nutzen nun John Cannarella und Joshua A. Spechler zur Anwendung ihrer Formel und man erhält folgendes Bild:

Das Ende von Facebook

Durch die Anwendung der Formel kommt man nun zwischen 2015 und 2017 zu einem Ende von Facebook. Wir dürfen gespannt sein, ob sich die Zukunft durch Formeln errechnen lässt. Man darf aber auch nicht vergessen, dass Suchtrends auch durch mediale Aufmerksamkeit entstehen, so kann man auf der Kurve von StudiVZ sehen, dass z.B. einer der kleinen Buchstaben in der Googletrends-Kurve für “Bild verklagt StudiVZ” steht (Siehe hier). Suchtrends entstehen also nicht nur durch Nutzeranmeldungen. Außerdem benötigen tägliche Nutzer nicht unbedingt eine Suchanfrage um das Social Network ihres Vertrauens zu finden.

Ein weiterer Punkt sind die Mitbewerber, die in der Studie keine Rolle spielen. Wer wird das Bollwerk von Facebook einstürzen? In der MySpace-Zeit waren es Portale wie YouTube, Soundcloud, Last.FM und eben Facebook etc. die dankbar die Nutzer auffingen. Die “StudiVZ-Völkerwanderung” fand fast ausschließlich in Richtung Facebook statt. Vielleicht macht es ja twitter oder google plus, man wird es sehen.

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